Windkraftanlagen Image

2009 betrug dieser Anteil bereits mehr als ein Drittel. Mit zusätzlichen Kapazitäten von rund 13 Gigawatt im Jahr 2009 erfolgte damit in China der weltweit größte Zubau neuer Windanlagen. Auch die USA erhöhten von 2006 bis 2009 den Anteil an der weltweit neu installierten Windkraft um 10 Prozentpunkte auf insgesamt 26 Prozent. Der Trend in Europa entwickelt sich genau umgekehrt. Während 2006 noch die Hälfte der weltweiten neuen Windkapazitäten in Europa installiert wurde, hat sich dieser Anteil 2009 auf 28 Prozent verringert.

Zum Teil ist der kräftige Ausbau der Windenergie in den USA und in China auf fiskalpolitische Maßnahmen zurückzuführen. Im Zuge der Wirtschaftskrise wurden Konjunkturpakete in beiden Ländern geschnürt, die unter anderem die Förderung von erneuerbaren Energien vorsehen. So beinhalten die beiden US-amerikanischen Konjunkturpakete – der „Economic Stimulus Act“ und der „American Recovery and Reinvestment Act“ – eine Laufzeitverlängerung der Steuergutschriften für Windenergie. Für jede erzeugte Kilowattstunde Windstrom kann demnach eine Steuergutschrift geltend gemacht werden. Optional kann für Kleinwindkraftanlagen ein Investitionskostenzuschuss beantragt werden. Diese Maßnahmen schaffen Anreize für Haushalte und Unternehmen, in Windkraftprojekte zu investieren. Auch der Staat tritt in den USA als Nachfrager von Windkraftanlagen auf. Zuschüsse für die Modernisierung von Bildungseinrichtungen können unter anderem für die Installation von Erzeugungsanlagen regenerativer Energien verwendet werden. Neben den genannten Steuergutschriften und Zuschüssen gibt es eine Reihe weiterer Fördermaßnahmen außerhalb der Konjunkturpakete.

In China ist der „New Energy Development Plan“ Teil des rund 420 Milliarden Euro umfassenden Konjunkturprogramms. In einem Planentwurf haben sich die Chinesen das ehrgeizige Ziel gesetzt, die installierte Windleistung bis 2020 auf 100 Gigawatt zu erhöhen. Das entspricht fast einer Vervierfachung der Ende 2009 installierten Leistung. Details über den „New Energy Development Plan“ sind bislang nicht bekannt. Um das gesteckte Ziel von 100 Gigawatt bis 2020 zu erreichen, ist eine umfangreiche staatliche Förderung der Windenergie allerdings unabdingbar. Jedoch werden von der staatlichen Förderung in erster Linie chinesische Hersteller profitieren. 2009 wurden 90 Prozent des chinesischen Windmarktes von der heimischen Wirtschaft bedient.

China und die USA sind offenbar die zukünftigen Wachstumstreiber der Windenergiebranche. Um von der Marktentwicklung und der staatlichen Förderung in China und den USA zu profitieren, bauen deutsche Hersteller verstärkt Produktionskapazitäten in diesen beiden Ländern auf. Durch die Vergabe von Produktionslizenzen und die Gründung von Joint Ventures haben deutsche Unternehmen bereits in der Vergangenheit Teile des chinesischen Marktes beliefert. Die großen Windanlagenhersteller Siemens und Nordex haben mittlerweile auch eigene Kapazitäten in beiden Ländern errichtet beziehungsweise errichten diese Kapazitäten gerade. Weitere deutsche Hersteller, wie zum Beispiel Fuhrländer, bauen ebenfalls Produktionsstätten im US-amerikanischen und chinesischen Markt auf. Andere Unternehmen halten sich hingegen aus der Wachstumsregion Asien fern. Neben der Befürchtung eines Know-how-Verlustes spielt hier auch die teilweise unzureichende Infrastruktur eine Rolle. Schlecht ausgebaute Verkehrswege verhindern den Transport von Bauteilen großer, leistungsstarker Windenergieanlagen. Günstige Windstandorte, die eine hohe Rendite versprechen, können dadurch noch nicht optimal genutzt werden.

GWEC: Global Wind 2009 Report | PDF

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