Deutschland ist ein Einwanderungsland. Den Zahlen des Ausländerzentralregisters zufolge sind in den 10 Jahren von 2007 bis 2016 insgesamt 4,28 Millionen Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit mehr aus dem Ausland nach Deutschland zugewandert, als das Land verlassen haben (Statistisches Bundesamt, 2017a). Dabei beginnt mit Einreise und Wahl eines ersten Wohnorts in der Regel zunächst ein langer Prozess des Ankommens in Deutschland. An seinem Ende steht zumeist die Frage, ob die zugewanderten Personen ganz Deutsche werden und die Staatsbürgerschaft annehmen wollen, was vor allem im Hinblick auf die Teilhabe an politischen Entscheidungen im Land von Bedeutung ist.

Zwischen 2007 und 2016 wurden insgesamt 1,06 Millionen Ausländer eingebürgert, 551.000 davon in den fünf Jahren zwischen 2012 und 2016. Dabei lag der Wert im Jahr 2012 mit 112.000 sogar noch leicht höher als 2016 mit 110.000 (Statistisches Bundesamt, 2017b). Die größte Gruppe unter den zwischen 2012 und 2016 Eingebürgerten stellten mit einem Anteil von 21,7 Prozent Personen mit (vormals) türkischer Staatsbürgerschaft (Abbildung). Dies ist nicht verwunderlich, da 2012 noch nahezu jeder vierte Ausländer in Deutschland Türke war. Auf die Einwanderer aus EU-Ländern entfallen zusammen 23,5 Prozent der Einbürgerungen zwischen 2012 und 2016. Ihr Anteil ist allerdings über die Zeit deutlich angestiegen ist und lag 2016 bereits bei 29,0 Prozent.