Für die Ausbildung von Studierenden aus dem Ausland an den deutschen Hochschulen gibt es vier gute Gründe, die mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Zukunft auch in § 16 AufenthG verankert sein werden (BGBl, 2019). Diese sind, dass der wissenschaftliche Austausch mit anderen Ländern gestärkt, ein Beitrag zur internationalen Entwicklung geleistet und die internationale Verständigung gefördert wird sowie dass Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt gewonnen werden. Dass hierzu tatsächlich ein substanzieller Beitrag geleistet wird, zeigt Geis (2017), der zum Schluss kommt, dass rund ein Viertel der Studierenden aus dem Ausland über den Abschluss hinaus längerfristig im Land bleibt und sich die Ausbildung dieser Personengruppe an den deutschen Hochschulen damit auch gesamtfiskalisch lohnt.

In der amtlichen Hochschulstatistik werden Studierende, die eine ausländische Staatsangehörigkeit haben und ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben, als sogenannte „Bildungsausländer“ erfasst (Statistisches Bundesamt, versch. Jg.). Diese sind auch nur gemeint, wenn im vorliegenden Bericht von Studierenden aus dem Ausland oder aus einzelnen Ländern gesprochen wird. Zudem beziehen sich alle Studierendenzahlen auf die Wintersemester und die Jahresangabe bezeichnet jeweils das Anfangsjahr. Dazu ist anzumerken, dass in den Sommersemestern grundsätzlich etwas weniger Bildungsausländer in Deutschland studieren (Statistisches Bundesamt, versch. Jg.).

Betrachtet man zunächst die Gesamtzahlen der Studierenden aus dem Ausland, so sind diese in den zehn Jahren zwischen 2008 und 2018 um rund 122.000 oder 67,7 Prozent von 180.000 auf 302.000 gestiegen. Dabei war der Anstieg in den ersten fünf Jahren zwischen 2008 und 2013 mit einem Plus von 39.000 oder 21,4 Prozent deutlich geringer als in den zweiten fünf Jahren zwischen 2013 und 2018 mit 83.000 oder 38,1 Prozent. Geht man fünf Jahre weiter zurück lag der Wert 2003 nahezu exakt gleich hoch wie 2008 (Statistisches Bundesamt, versch. Jg.; eigene Berechnungen).

Differenziert man nach Herkunftsländern, war die Zahl der Studierenden aus China im Jahr 2018 mit 39.900 am höchsten. Dies entspricht 13,2 Prozent aller Studierenden aus dem Ausland. Auch 2008 stellten die Chinesen mit einem Anteil von 12,8 Prozent bereits die größte Gruppe. Allerdings lag ihre Zahl damals noch nur bei 23.100. An zweiter Stelle lagen im Jahr 2018 die Studierenden aus Indien mit 20.600 oder 6,8 Prozent. Ihre Zahl hat sich in den letzten Jahren besonders dynamisch entwickelt und gegenüber dem Jahr 2008 mehr als verfünffacht. Damals zählte Indien mit 3.200 oder 1,8 Prozent noch nicht einmal zu den zehn bedeutendsten Herkunftsländern (Statistisches Bundesamt, versch. Jg.; eigene Berechnungen).