In den letzten Jahren ist eine starke Zunahme der Zahl jüngerer Kinder in Deutschland zu beobachten. Lebten am 31.12.2012 noch rund 4,09 Millionen unter Sechsjährige im Land, waren es am 31.12.2017 mit 4,58 Millionen fast eine halbe Million mehr. Dabei ist die Zahl der unter Dreijährigen mit einem Plus von rund 330.000 deutlich stärker gestiegen als die der Drei- bis Fünfjährigen mit rund 170.000 und lag am 31.12.2017 mit 2,35 Millionen gegenüber 2,23 Millionen deutlich höher. Auch die Zahl der Grundschulkinder im Alter von sechs bis neun Jahren hat in diesem Zeitraum von 2,79 Millionen auf 2,91 Millionen zugenommen. Allerdings war der Anstieg mit einem Plus von rund 120.000 proportional deutlich geringer. Anders stellt sich die Lage bei den älteren Kindern dar. So ist die Zahl der 10- bis 15-Jährigen im selben Zeitraum deutlich von 4,63 Millionen auf 4,44 Millionen gesunken (Statistisches Bundesamt, 2018; eigene Berechnungen).

Betrachtet man die längerfristige Entwicklung, so lag die Zahl der unter Sechsjährigen am 31.12.1991 mit 5,38 Millionen noch wesentlicher höher als heute. In Folge war ein kontinuierlicher, zeitweise stärkerer und zeitweise schwächerer Rückgang zu verzeichnen (Abbildung). Am niedrigsten lag der Wert am 31.12.2011 mit nur noch 4,06 Millionen. Dazu ist allerdings anzumerken, dass im Jahr 2011 mit dem Zensus eine Korrektur der Bevölkerungszahlen stattgefunden hat und das Minimum vor diesem Hintergrund auch schon ein Jahr früher erreicht worden sein könnte. Seitdem sind die Zahlen kontinuierlich angestiegen (Statistisches Bundesamt, 2018; eigene Berechnungen). Ob sich dieser Trend in den nächsten Jahren fortsetzt, ist allerdings fraglich.

Dabei sind für die Entwicklung der Kinderzahlen drei Faktoren ausschlaggebend, auf die im Folgenden näher eingegangen werden soll. Diese sind die Zahl der potenziellen Mütter, die Geburten je potenzieller Mutter und die Zuwanderung von Kindern.

Entwicklung der Zahl potenzieller Mütter

Der amtlichen Definition zufolge reicht das gebärfähige Alter von 15 bis 49 Jahren. Allerdings sind Schwangerschaften im Teenageralter und in der fünften Lebensdekade vergleichsweise selten. Betrachtet man vor diesem Hintergrund nur die Frauen zwischen 25 und 39 Jahren, so erreichte ihre Zahl zum 31.12.1995 mit 9,84 Millionen einen Höchstwert und ist in Folge bis zum 31.12.2011 um über ein Viertel auf nur noch 7,10 Millionen gesunken. Seitdem ist sie wieder um rund 570.000 bis auf 7,67 Millionen am 31.12.2017 gestiegen (Statistisches Bundesamt, 2018; eigene Berechnungen). Dabei ist dieser Anstieg teilweise auf die starke Zuwanderung der letzten Jahre und teilweise auf die demografische Struktur in Deutschland zurückzuführen. So hat sowohl die Zahl der Ausländerinnen als auch die der Inländerinnen zwischen 25 und 39 Jahren deutlich zugenommen. Erstere mit einem Plus 364.000 allerdings viel stärkerer als letztere mit 204.000 (Statistisches Bundesamt, 2018; eigene Berechnungen).