Dass sich der Bildungsstand der Eltern stark auf den Erfolg junger Menschen im deutschen Bildungssystem auswirkt, ist seit längerem bekannt (vgl. Geis/Fischer 2013). Weit weniger klar ist allerdings, welche Wirkzusammenhänge diesen Effekt verursachen. Einige neue und zum Teil auch überraschende Erkenntnisse hierzu können die seit einigen Jahren im Rahmen des Sozio-oekonomischen Panels durchgeführten Mutter-Kind-Befragungen liefern, die für diesen Kurzbericht vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln ausgewertet wurden.

Ein erster Aspekt betrifft die Bildungsaspirationen der Eltern, also welchen Bildungsweg sie für ihre Kinder anstreben. Indem diese für die Kinder Ziel- bzw. Orientierungspunkte liefern, können sie einen starken Einfluss auf deren tatsächliche Bildungskarrieren haben. Allerdings sollten sie, um eine valide Aussage treffen zu können, möglichst früh im Leben der Kinder erfasst werden. Mit fortschreitendem Bildungsweg muss nämlich davon ausgegangen werden, dass die Antworten zunehmend von den tatsächlichen schulischen Leistungen der Kinder bestimmt werden. Im SOEP wird eine entsprechende Frage Müttern erstmalig gestellt, wenn die Kinder sieben bis acht Jahre alt sind, also noch zu Beginn der Grundschulzeit. Zudem wird neben der Idealvorstellung auch erfragt, welchen Bildungsweg die Mütter für wahrscheinlich halten, sodass noch klarer wird, dass es bei der Frage tatsächlich um die Bildungsaspirationen geht.