Um vor dem Hintergrund des demografischen Wandels die Wirtschaftskraft zu erhalten, den Wohlstand der Bevölkerung zu sichern und die öffentlichen Haushalte zu stabilisieren, ist Deutschland zunehmend auf Zuwanderung angewiesen. Denn auch wenn die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge 1955 bis 1969 zurzeit noch am Arbeitsmarkt aktiv sind und die Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung entsprechend hoch ist, bestehen bereits heute schon in einer ganzen Reihe von Berufen substanzielle Fachkräfteengpässe (Burstedde/Risius, 2017).

Regional stellt sich allerdings sowohl die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt als auch die absehbare zukünftige Entwicklung unterschiedlich dar. Die bestehenden Fachkräfteengpässe sind im Süden am größten, wohingegen in den neuen Ländern besonders viele Ältere beschäftigt sind, die in absehbarer Zeit in den Ruhestand wechseln werden (Burstedde/Risius, 2017). In beiden Bereichen ist es für die Unternehmen zudem besonders schwierig, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen und Nachwuchsfachkräfte auszubilden.

Die Zuwanderung hat bereits in den letzten Jahren einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet. So ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer zwischen 2012 und 2017 von 2,2 Millionen auf 3,5 Millionen gestiegen (Statistisches Bundesamt, 2018a). Ausschlaggebend hierfür war vor allem eine sehr große Zahl an Zuwanderern aus den anderen EU-Ländern, denen es sehr gut gelungen ist, am deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen (Geis, 2017). Hingegen stellt die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt das Land weiterhin vor große Herausforderungen. So liegt der Beschäftigtenanteil bei ihnen noch immer auf sehr niedrigem Niveau, obwohl er in den letzten Monaten bereits deutlich gestiegen ist (Geis, 2018).