Digitale Plattformen sind innovative Geschäftsmodelle, die mehrere Nutzergruppen zusammenbringen und online Transaktionen abwickeln. Die dabei entstehenden Transaktionskosten sind meist viel geringer als ohne die Plattform. Digitale Plattformen sind nach Erreichen einer kritischen Masse von Nutzern in der Lage, sehr schnell zu wachsen, weil die vorhandenen Nutzer von jedem weiteren neuen Nutzer profitieren können (die so genannten Netzwerkeffekte). Dieser Effekt nennt sich auch positives Feedback: Je mehr Nutzer bereits vorhanden sind, umso attraktiver wird die Plattform für weitere Nutzer.

In der öffentlichen Wahrnehmung stammen digitale Plattformen meist aus den Vereinigten Staaten. Facebook, Google Search, Uber oder Airbnb sind nur einige Beispiele. Tatsächlich jedoch zeigt eine Auswertung der Crunchbase-Unternehmensdatenbank ein anderes Ergebnis (Demary/Rusche, 2018). Die Basis für die Analyse bildet die Liste der so genannten Unicorns. Darunter werden nicht börsennotierte Unternehmen verstanden, deren Marktkapitalisierung bei mindestens einer Milliarde US-Dollar liegt. Aus dieser Liste wurden diejenigen Unternehmen bestimmt, deren Geschäftsmodell primär aus einer digitalen Plattform besteht. Das Ergebnis bildet die wertvollsten digitalen Plattformen ab (siehe Abbildung). Dazu zählen auch Airbnb und Uber, nicht aber Facebook und Google Search (Alphabet), die bereits an der Börse notiert sind.

Von den insgesamt 110 digitalen Plattformen stammen 53, also rund 48 Prozent, aus China. Erst an zweiter Stelle folgen die USA mit etwa 29 Prozent der Plattformen (32 Unternehmen). Dieses Ergebnis überrascht, deckt sich aber mit anderen Studien (Evans/Gawer, 2016). Insgesamt haben 65 Prozent der untersuchten digitalen Plattformen ihren Hauptsitz in Asien. 30 Prozent sind in Nord- und Südamerika verortet. Lediglich 5 Prozent liegen in Europa und keine in Deutschland.