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Fisch ist in vielerlei Hinsicht gut für den Körper. Er enthält wichtige Omega-3-Fettsäuren sowie Proteine, und er hilft, Arthritis und Herzinfarkten vorzubeugen. Ärzte empfehlen, Fisch – im Gegensatz zu Fleisch – möglichst häufig auf den Speiseplan zu setzen.

Doch ein steigender Fischkonsum hat ökologische Konsequenzen. Aktuell sind weltweit 30 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände überfischt. In Europa beträgt der Anteil der bedrohten Bestände sogar 47 Prozent. Ein solch tiefgreifender Einschnitt in das Ökosystem Meer kann ganze Arten ausrotten, Nahrungsketten stören und sogar das Klima verändern.

Politische Gegenmaßnahmen sind unterschiedlich effektiv. Ein- und Ausfuhrzölle für Fisch können den Produzenten zusätzliche Kosten aufbürden, sodass sowohl das Angebot von als auch die Nachfrage nach Fisch gemindert würde. Derartige Eingriffe in den Markt sind allerdings ebenfalls problematisch. Sie könnten zu einem Engpass in der Versorgung und zur Abwanderung der Produzenten in den Schwarzmarkt führen.

Auch denkbar wären Ausrüstungsbeschränkungen für Fischereiunternehmen, wie z.B. festgelegte Maschengrößen zur Vermeidung von Beifang. Die Umsetzung der Regeln kann jedoch kaum kontrolliert werden, sodass die Fischer ohne großes Risiko die Regeln brechen können.

Viele Länder haben sich auf internationale Abkommen geeinigt. Diese legen Fangquoten für gefährdete Arten fest und stecken Fangschutzzonen ab, in denen gar nicht oder nur zu bestimmten Zeiten (z.B. außerhalb der Paarungszeit) gefischt werden darf. Diese Abkommen müssen allerdings noch stärker ausgebaut und vor allem effektiv kontrolliert werden, um künftig Überfischung zu verhindern.

Darüber hinaus sollen Aquakulturen die Fischbestände erhalten. Dabei werden die Fische kontrolliert gezüchtet und gefangen statt sie in freier Wildbahn zu fischen. Damit hat der Produzent den Anreiz, seine Bestände nachhaltig zu nutzen, da er nicht fürchten muss, dass andere Fischer von seinen Investitionen proftieren. Denn Fischbestände werden quasi zum Eigentum eines einzelnen Anbieters und sind nicht länger ein Gemeinschaftsgut. Das sogenannte Allemendeproblem der Übernutzung von Gemeinschaftsgütern kann so vermieden werden. Von 2006 bis 2011 stieg der Output solcher Fischfarmen um fast ein Drittel auf knapp 64 Kilotonnen (siehe Grafik).

Allerdings hat die Züchtung von Raubfischen den Nachteil, dass zur Herstellung eines Kilogramms Zuchtfisch bis zu fünf Kilogramm Wildfisch als Futter benötigt werden. Zur Lösung dieses Problems wird intensiv nach Futtermitteln geforscht, die auf Basis von Sojabohnen zwar protein- und ölhaltig und damit eine gute Nahrungsquelle sind – aber die natürlichen Fischbestände nicht gefährden.

Ergänzend zu den staatlichen und unternehmerischen Anstrengungen kann bewusstes Konsumverhalten die Fische schützen. Mit dem Kauf von Produkten mit Nachhaltigkeitssiegeln, wie dem MSC-Siegel (Marine Stewardship Council), unterstützt der Käufer nachhaltige Fischerei, die zum Beispiel schonende Fangmethoden anwendet, um wenig andere Meeresbewohner mit einzufangen. Darüber hinaus empfiehlt die Naturschutzorganisation WWF, auf besonders überfischte Arten wie Aal, Dornhai und Dorsch zu verzichten – und stattdessen westeuropäischen Zander, Wolfsbarsch und weißen Thunfisch zu essen.

3. März 2017

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IW-Kurzbericht, 15. Februar 2017

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15. Februar 2017

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