Die Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer ist die Lohn- und Einkommensteuer. Daher sind zwangsläufig auch die Kirchensteuereinnahmen infolge der Corona-Pandemie eingebrochen. Mit 11,9 Milliarden Euro fiel das Kirchensteueraufkommen im Jahr 2020 um schätzungsweise 800 Millionen Euro geringer aus als im Jahr zuvor. Dies entspricht einem Minus im Jahresvergleich von rund 6 Prozent. Damit fällt der Rückgang nicht so massiv aus wie zuvor gedacht (vgl. EKD, 2021). Finale Werte werden erst im Laufe des Jahres veröffentlicht.

Der Einnahmerückgang wiegt für die Kirchenkassen jedoch schwerer als für die Staatskassen, weil der Staat ausbleibende Einnahmen einfacher und günstiger über neue Kredite finanzieren kann. Viele Diözesen und Landeskirchen müssen in der Krise – falls vorhanden – auf ihre Rücklagen zurückgreifen.

Sofern es zu einer wirtschaftlichen Erholung im Verlauf der zweiten Jahreshälfte kommt, die im Jahr 2022 zunehmend an Kraft gewinnen wird, sieht die Perspektive für die Kirchenfinanzen zumindest etwas besser aus. Die Kirchensteuereinnahmen erreichen trotz eines weiterhin zu erwartenden Mitgliederrückgangs voraussichtlich im Jahr 2022 wieder das Vorkrisenniveau. In realen Größen, also kaufkraftbereinigt, werden die Steuereinnahmen erst im Jahr 2025 wieder dem Wert des Jahres 2019 entsprechen (Abbildung). Bis dahin steigt das nominale Aufkommen der Kirchensteuer auf schätzungsweise knapp 14 Milliarden Euro.