Das Gesundheits- und Sozialwesen zählt zu den gesellschaftsnahen Dienstleistern und umfasst unter anderem Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflege- und Behindertenwohnheime sowie die soziale Betreuung Älterer. Die Interaktion zwischen Menschen spielt eine herausragende Rolle, aber auch der technische Fortschritt mit neuen Diagnostik- und Behandlungsmethoden. Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für die Weiterbildung in dieser Branche? Im Folgenden werden im Wesentlichen Ergebnisse einer Sonderauswertung der neunten IW-Weiterbildungserhebung (Seyda/Placke, 2017) dargestellt, die 181 Unternehmen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen umfasst. In diesen Unternehmen waren Ende 2016 127.981 Beschäftigte tätig. Die Daten wurden anhand der Mitarbeiterzahl repräsentativ hochgerechnet.

Betrachtet man die in den Unternehmen genutzten neuen digitalen Technologien, zeigt sich für das Gesundheits- und Sozialwesen eine unterdurchschnittliche Nutzung. Am häufigsten setzen die Unternehmen den digitalen Datenaustausch mit Lieferanten, Dienstleistern oder Kunden ein. Die Gesundheits- und Sozialbranche nutzt von acht abgefragten Technologien 2,0 und damit etwa so viel wie das Verarbeitende Gewerbe mit 2,1. Bei den gesellschaftsnahen Dienstleistern, worunter neben dem Bereich Gesundheit und Soziales auch Erziehung und Unterricht sowie die öffentliche Verwaltung zählen, sind es 2,3, bei den unternehmensnahen Dienstleistern sogar 2,4 Technologien (IW-Weiterbildungserhebung). Beim Wirtschaftsindex DIGITAL landet die Gesundheitsbranche (ohne Soziales) auf dem letzten Platz von elf Branchen (BMWi, 2018). Betrachtet man die Einzelindizes, so erkennt man, dass die schlechte Platzierung vor allem daher stammt, dass die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche eine geringere strategische Bedeutung hat als in anderen Branchen.