Die Situation in China entspannt sich langsam. Laut chinesischen Behörden gibt es nur noch eine geringe Anzahl von Neuinfektionen. Die meisten Neuinfektionen stammen vermeintlich nur aus dem Ausland. Die chinesische Stadt Wuhan als Ursprung der Corona-Pandemie wurde nach fast drei Monaten Abriegelung wieder geöffnet. Auch die wirtschaftlichen Kennzahlen haben sich verbessert. Der Einkaufsmanagerindex für März sig­nalisiert eine positive Geschäftsentwicklung der Industrie im Vergleich zum Vormonat. Der Einkaufsmanager­index für das Verarbeitende Gewerbe stieg von seinem historischen Tiefstwert von 35,7 im Februar auf 52,0 Punkte im März und liegt somit leicht über der Expansionsschwelle von 50. Im Dienstleistungssektor ist eine ähnliche Situation wahrnehmbar: Der Februar-Wert von 29,6 Punkten stieg im März auf 52,3 Punkte. Trotz dieser positiven Anzeichen kann nicht von einer Normalisierung der chinesischen Wirtschaft gesprochen werden. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise sind nach wie vor stark.

Im ersten Quartal 2020 schrumpfte die Wirtschaft Chi­nas. Es ist ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 6,8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2019 zu verzeichnen. Es handelt sich um das erste Quartal mit negativen Zahlen seit dem Jahr 1976 und damit den schlimmsten Einbruch für Chinas Wirtschaft in der modernen Geschichte. Chinas Aussichten auf Wirtschaftswachstum scheinen im Vergleich zu der globalen Finanzkrise 2008/2009 geringer zu sein.