Der Begriff Nachhaltigkeit, hinter dem sich das Ziel verbirgt, langfristige Handlungsweisen zu entwickeln, die ökologische, soziale und ökonomische Anforderungen gleichrangig berücksichtigen, hat sich sowohl bei den Unternehmen als auch den Investoren in den letzten Jahren zunehmend etablieren können. Während im Jahr 2003 nur knapp 40 Prozent aller Unternehmen beziehungsweise 54 Prozent der DAX-Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit für unternehmensrelevant halten, geben im Jahr 2011 mehr als zwei Drittel der Unternehmen und über 90 Prozent der DAX-Unternehmen an, dass Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des eigenen Unternehmens hat.

Dieser Zuwachs in der Bedeutungsbeimessung von Nachhaltigkeit bei den Unternehmen kann auch auf die verstärkte Nachfrage von privaten Investoren nach ethikbezogenem Investment zurückgeführt werden. Anleger und Konsumenten haben einen großen Einfluss darauf, inwieweit ethische und ökologische Standards in die Unternehmenskultur integriert werden. Durch entsprechendes Kauf- und Investitionsverhalten kann nachhaltiges Handeln von den Unternehmen eingefordert werden und unerwünschtes Verhalten sanktioniert werden. Im Juni 2011 waren nach Informationen des Sustainable Business Institute insgesamt 363 nachhaltige Publikumsfonds in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Nachdem die Zahl der Publikumsfonds bereits im Jahr 2009 von 274 auf 313 Fonds angestiegen ist, konnten somit auch in den darauffolgenden Jahren im Bereich Social Investment weitere Zuwächse verbucht werden.

Dass ethikbezogenes Investment wichtiger wird, ist zu begrüßen. Zugleich ist es legitim, dass neben dem moralischen Aspekt des Investments ebenfalls der ökonomische Aspekt eine wichtige Rolle spielt. Nachhaltige Investitionen sollen demnach immer auch eine angemessene finanzielle Rendite erzielen. Diese beiden unterschiedlichen Motivlagen müssen sich nicht widersprechen – im Gegenteil – sowohl das wirtschaftliche als auch das Nachhaltigkeitsziel können prinzipiell gleichzeitig verwirklicht werden.

Entwicklung des Nachhaltigkeitsindexes DJSI,  des Naturindexes NAI und des Aktienindexes MSCI
Entwicklung des Nachhaltigkeitsindexes DJSI,  des Naturindexes NAI und des Aktienindexes MSCI

Ein Vergleich zwischen dem DJSI World (Dow Jones Sustainability Index), einem Aktienindex, der jeweils diejenigen 10 Prozent der Unternehmen aller Branchen umfasst, die die vorgegebenen Nachhaltigkeitskriterien am besten erfüllen und dem führenden Aktienindex MSCI (Morgan Stanley Capital International), der auf 1.900 Aktienkursen aus 24 Ländern basiert, zeigt, dass wirtschaftliches und ethisches Handeln zumeist miteinander zu vereinbaren sind, denn die beiden Indizes weisen im zeitlichen Verlauf eine sehr ähnliche Entwicklung auf. Im Jahr 2010 liegt der MSCI mit 127,56 jedoch deutlich über dem Nachhaltigkeitsindex mit 119,41 (s. Abbildung). Aktuell und hinsichtlich des DJSI kann man daher folgern, dass sich Nachhaltigkeit nicht immer lohnt. Die Entwicklung des Naturindexes NAI, der die 30 umweltfreundlichsten Unternehmen berücksichtigt und daher ausschließlich ökologische Standards als Bewertungskriterium heranzieht, legt jedoch wiederum den Schluss nahe, dass sich eine Spezialisierung auf einen Aspekt von Nachhaltigkeit sehr wohl lohnen kann.

Informationen zu nachhaltigem Investment sind zu finden unter: http://www.nachhaltiges-investment.org/

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28. September 2017

Adriana Neligan M+E-Industrie: Effizienter und klimafreundlicherArrow

Klimawandel, wachsende Weltbevölkerung und Umweltverschmutzung belasten zunehmend die Ökosysteme. Nachhaltiges Wirtschaften wird daher immer wichtiger. Noch mehr Anstrengungen im Umweltschutz haben sich auch die M+E-Betriebe auf die Fahne geschrieben. Vor allem investieren sie kräftig in den Klimaschutz. mehr auf iwd.de

29. August 2017

Matthias Diermeier / Henry Goecke / Adriana Neligan Riskante RohstoffquellenArrow

Vor allem die deutsche Industrie ist auf Rohstofflieferungen aus dem Ausland angewiesen. Der Wert dieser Importe hat sich zwischen 1995 und 2011 verfünffacht. Auch der Anteil der Einfuhren aus politisch und wirtschaftlich besonders risikobehafteten Ländern ist gestiegen – auf mittlerweile deutlich über 60 Prozent. mehr auf iwd.de

25. August 2017

Theresa Eyerund / Adriana Neligan Nahrungsmittel: Zu gut für die TonneArrow

Jedes Jahr werfen die Bundesbürger im Schnitt 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Allerdings sind längst nicht alle Generationen gleich verschwenderisch – auch aus historischem Grund. mehr auf iwd.de