Die Pharmaindustrie behauptete sich im bisherigen Verlauf der Corona-Pandemie deutlich robuster als viele andere industrielle Branchen in Deutschland, doch blieb auch sie nicht gänzlich von den Auswirkungen der Pandemie und den ergriffenen Maßnahmen zu deren Eindämmung verschont. Insgesamt schloss die Branche das Jahr 2020 mit einem leichten Rückgang grundlegender Konjunkturindikatoren ab: Sie verzeichnete real und arbeitstäglich bereinigt 1,4 Prozent weniger Auftragseingänge, der Wert produzierter Waren sank um 0,3 Prozent und die Branche erwirtschaftete 1,1 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Damit waren pharmazeutische Unternehmen zwar nicht im selben Maße von dem pandemiebedingten Einbruch im Frühjahr betroffen wie das gesamte Verarbeitende Gewerbe. Gleichwohl hatten sie in den ersten drei Quartalen des Jahres mit leichten Rückgängen und monatlichen Fluktuationen zu kämpfen (Kirchhoff/Schumacher, 2021).

Im vierten Quartal 2020 verbuchte die Pharmaindustrie im Vergleich zum vorherigen Quartal einen moderaten Anstieg im Auftragseingang (+0,6 Prozent), in der Produktion (+3,3 Prozent) und im Umsatz (+0,7 Prozent). Doch die Werte der Konjunkturindikatoren verblieben am Jahresende teils deutlich unterhalb denen des entsprechenden Vorjahresquartals: Die Auftragseingänge zeigten sich 1,4 Prozent niedriger, während die Produktion ein schwaches Minus von 0,6 Prozent verzeichnete. Der Rückgang des Umsatzes um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal liegt in weiten Teilen in einem im Oktober 2019 wirkenden Sondereffekt begründet, welcher kurzfristig den Umsatz, aber eben nicht im gleichen Maße die pharmazeutischen Auftragseingänge und die Produktion ansteigen ließ. Eine Erklärung für diesen Sondereffekt könnte ein vermehrter Abverkauf von Lagerbeständen sein.

Ein detaillierter Blick auf die monatliche Entwicklung im vierten Quartal 2020 zeigt einen im Vergleich zu den Vorjahren starken Dezember, während die beiden Vormonate zum Teil deutlich hinter den entsprechenden Vorjahreswerten zurückblieben. Die Auftragseingänge lagen im Dezember 2020 11 Prozent oberhalb des Werts des Vorjahresmonats, während die Produktion um 8,7 Prozent und der Umsatz um 4,7 Prozent anzog. Die deutlichen Zuwächse im Auftragseingang und im Umsatz sind auf ein starkes Auslandsgeschäft in diesem Monat zurückzuführen, welches wiederum maßgeblich durch den Handel im europäischen Binnenmarkt getrieben wurde. So legten die Auftragseingänge aus dem EU-Ausland um 27,5 Prozent und der erwirtschaftete Umsatz um 25,8 Prozent zu. Das Inlandsgeschäft verblieb hingegen weitestgehend konstant auf dem Niveau des Vorjahresmonats.