Wer sich für eine Stelle mit einfachen Tätigkeiten interessiert, hat auf dem Arbeitsmarkt durchaus Konkurrenz: Schon heute suchen 1,2 Millionen Arbeitslose einen Job im Helferbereich, während demgegenüber nur 120.000 passende Stellenangebote bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldet sind (Schäfer, 2017). Welche Fähigkeiten bei einer Bewerbung in diesem Segment besonders von Vorteil sind, zeigt eine Analyse von insgesamt 1.011 Online-Stellenanzeigen, die Anfang 2017 bei den vier größten Zeitarbeitsfirmen Deutschlands (Lünendonk®-Liste, 2016) und der Jobbörse der BA veröffentlicht waren. Untersucht wurden im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts AlphaGrund Stellenanzeigen aus Branchen mit einem vergleichsweise hohen Anteil an geringqualifizierten Beschäftigen: Gastgewerbe, Reinigungsgewerbe, Verkehr / Lagerei und Produktion.

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Soft Skills, Deutschkenntnisse und berufliche Vorerfahrungen von Vorteil

Zuverlässigkeit, Flexibilität und Teamfähigkeit sind auch in digitalisierten Zeiten ausschlaggebend für eine erfolgreiche Jobsuche. Sorgfalt und Genauigkeit werden besonders von Reinigungskräften und Produktionshilfen erwartet, wo Hygienestandards gesichert und Qualitätskontrollen durchgeführt werden. Motivation und Einsatzbereitschaft gehören ebenfalls zu den Auswahlkriterien. Durchschnittlich knapp ein Drittel der Unternehmen verlangt darüber hinaus eine selbstständige Arbeitsweise (28,7 Prozent), besonders häufig ist dies der Fall im Reinigungsbereich mit 43,0 Prozent.

Neben den Soft Skills haben praktische Vorerfahrungen im Berufsfeld die höchste Bedeutung bei der Einstellung von Geringqualifizierten: Fast ein Drittel (28,6 Prozent) der Unternehmen hält die beruflichen Vorerfahrungen der Bewerberinnen und Bewerber für unabdingbar, ein weiteres Drittel für wünschenswert (33,6 Prozent). Zudem spielen die vorhandenen Deutschkenntnisse der Küchenhilfen, Reinigungskräfte, Lager- und Produktionsarbeiter eine wichtige Rolle. Durchschnittlich etwa jedes dritte Unternehmen (35,1 Prozent) gibt explizit an, dass ausreichende Sprachkenntnisse erforderlich sind. Denn alle späteren Mitarbeiter müssen in der Lage sein, Arbeitsanweisungen zu verstehen, Sicherheitsvorschriften zu beachten oder auf Fragen von Kunden angemessen zu reagieren. Zudem hat die Mobilität von Beschäftigten für den Helferbereich eine wichtige Bedeutung: So wünschen oder verlangen über ein Drittel der Unternehmen von ihren Beschäftigten einen Führerschein. Vor allem bei Reinigungskräften (41,1 Prozent) und Produktionshilfen (44,2 Prozent) wird der Besitz eine