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Eigentum hat heute für einige Menschen an Bedeutung für den sozialen Status und das Alltagsleben verloren. Wichtiger als Besitz ist für sie das Leihen, Borgen, Tauschen und Mieten. Neudeutsch heißt dies „Shareconomy“ – auch „Ko-Konsum“. Das Neue an diesem Trend ist die Organisation über das Internet und das Teilen auf diversen Plattformen.

Der Wandel der Einstellungen zum Besitz erklärt zum Beispiel die zunehmende Popularität des „Carsharing“, das sich auf verschiedene Weise organisieren lässt: etwa, indem Privatpersonen ihr Fahrzeug anderen zur Verfügung stellen oder indem Unternehmen traditionell Autos vermieten. Eine neue Form des „Carsharing“ ist das sogenannte „Free-Floating“, das es den Teilnehmern erlaubt, spontan ein Auto zu mieten und anschließend überall im Geschäftsbezirk zu parken. Zu Beginn des Jahres 2013 nutzten bereits 453.000 Personen die 11.500 Fahrzeuge der diversen herkömmlichen und neuartigen Carsharing-Anbieter (Grafik).

Der Trend zum Teilen entwickelt sich aber nicht nur bei Fahrzeugen, sondern etwa auch in der Tourismusbranche. Plattformen wie „Couchsurfing“ und „airbnb“ ermöglichen es ihren Nutzern, Reisenden das eigene Bett zu überlassen. Dem Portal „Couchsurfing“ geht es vor allem um Gastfreundschaft und das Interesse an Fremden, denn dort werden Betten und Sofas kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf der Internetseite haben sich schon 6 Millionen Nutzer in mehr als 100.000 Städten zusammengeschlossen. Auf der Plattform „airbnb“ sind 9 Millionen Nutzer aus 34.000 Städten in 192 Ländern registriert und vermieten sich gegenseitig private Zimmer und ganze Wohnungen zu günstigen Preisen.

Die Konsumenten rücken näher zusammen – und nutzen dafür den Mechanismus des Marktes. Die Menschen teilen sich ein Brautkleid, das sonst wohl nur einmal getragen würde, und nutzen gemeinsam eine Bohrmaschine, die sonst im Durchschnitt nur 13 Minuten während ihres Lebens benutzt worden wäre. Auch Kunstwerke können für bestimmte Zeit verliehen werden, was zum Beispiel Ärzte nutzen, um für Abwechslung im Wartezimmer zu sorgen.

Die „Shareconomy“ funktioniert allerdings nur, wenn sich die Teilnehmer gegenseitig vertrauen. Das Vertrauen – gerade gegenüber Fremden – ist mitunter aber das größte Problem. Jeder, der an der „Shareconomy“ teilnimmt, muss für die Dinge, die er benutzt, die Verantwortung übernehmen. Die Unternehmen hinter den Plattformen helfen den Konsumenten, indem sie Schadensfälle absichern. Auch der Reputationsaufbau durch viele, vertrauenswürdige Nutzungen hilft, in der „Shareconomy“ erfolgreich zu agieren. Die Veränderungen im Konsumverhalten können für viele Unternehmen neues Potenzial für ihre Produktpalette bieten, bei dem sich die Unternehmen nebenbei für eine nachhaltige Produktion engagieren.

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Themen

29. März 2017

Sharing Economy Sharing Economy braucht VertrauenArrow

Die Möglichkeit, Güter, Dienstleistungen und Wissen über Onlineplattformen zu teilen, wird in Deutschland bislang vor allem von jüngeren Leuten genutzt. Um die Sharing Economy weiter zu stärken, braucht es unter anderem mehr rechtliche Klarheit und Transparenz, damit die Kunden den Anbietern vertrauen. mehr auf iwd.de

3. März 2017

Ernährung Große Fische, kleine FischeArrow

Ein- bis zweimal pro Woche sollte eine Fischmahlzeit auf dem Tisch stehen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Tatsächlich essen die Deutschen aber weniger Fisch, als sie sollten: Männer verzehren durchschnittlich 105 Gramm Fisch und Krustentiere wöchentlich, Frauen kommen auf rund 90 Gramm. Die von der DGE empfohlene Menge liegt jedoch doppelt so hoch. Kein Wunder also, dass die Bundesrepublik Deutschland im Fischranking der 28 EU-Länder nur Platz 22 belegt. mehr auf iwd.de

In der kreativen Nische kommt Bio-Essen auf den Tisch
IW-Kurzbericht, 15. Februar 2017

Adriana Neligan / Theresa Eyerund In der kreativen Nische kommt Bio-Essen auf den TischArrow

Obwohl der Appetit nach Bioprodukten in Deutschland stetig wächst, ist die Bio-Lebensmittelbranche weiterhin eine Marktnische. Zwar greifen in allen gesellschaftlichen Milieus Menschen mittlerweile zu Bioprodukten. Wahre Bio-Fans – die überwiegend bis ausschließlich so einkaufen – finden sich aber vor allem in kritisch-kreativen Milieus. mehr