Das Jahr 2014 war durch einen Abwärtstrend des IMP-Index geprägt, denn das Preisbarometer ist von 327,7 Punkten im Januar auf 310,4 im Dezember gefallen. Dahinter verbergen sich sehr unterschiedliche Preisentwicklungen der einzelnen Metalle. Im Jahresverlauf deutlich teurer wurden vor allem Nickel (24,9 Prozent), Aluminium (22,0 Prozent) und das im Index weniger stark gewichtete Zink (17,9 Prozent).

Entlastungen für die Industrie ergaben sich vor allem durch den Einbruch des Eisenerzpreises, der in Euro gerechnet zwischen Januar und Dezember um 41,4 Prozent zurückging. Auf Dollar-Basis hat sich der Eisenerzpreis binnen Jahresfrist halbiert. Eisenerz wird heute auf den internationalen Märkten so billig gehandelt wie seit Mitte 2009 nicht mehr. Einen unveränderten Eisenerzpreis vorausgesetzt, wären die im IMP-Index gemessenen Metallpreise 2014 nicht um 5,3 Prozent gefallen, sondern im Gegenteil um 5,2 Prozent gestiegen.

Auch die schrittweise Abwertung des Euro zum Dollar hatte spürbaren Einfluss auf den IMP-Index. Ohne die Euro-Abwertung wäre der Index auf 281,3 Zähler gefallen; ein Minus von 14,2 Prozent gegenüber dem Januar-Wert. Die Wechselkursveränderung machte also fast zwei Drittel des Preisrückgangs auf den Weltmärkten zunichte und verhinderte eine weitere Entlastung der deutschen Industrie. Zu Beginn des Jahres 2015 hat sich die Euro-Abwertung noch weiter verschärft.

Durch den Rückgang der Metallnotierungen im Vorjahr liegt das Preisniveau derzeit wieder knapp über dem Level von Anfang 2007 und um fast ein Drittel unter dem Rekordniveau von Anfang 2011, als der IMP-Index Werte von fast 450 Punkten erreichte. Umgekehrt würde schon ein Preisanstieg um rund 10 Prozent die Metalle wieder auf das Niveau des Boomjahres 2008 bringen, das damals als außerordentlich belastend wahrgenommen worden war. Die Risiken einer solchen Erholung der Metallpreise sind nicht zu unterschätzen. Ein Ende der Eisenerz-Baisse oder eine weitere Schwäche des Euro würden dafür ausreichen.

Für metallverarbeitende Unternehmen in Deutschland ist die Abwertung des Euro in den zu Beginn des neuen Jahres von größerer Bedeutung gewesen als das Geschehen auf den Rohstoffmärkten. Denn während Erze und Metalle an den Weltbörsen deutlich günstiger geworden sind, sind die Kosten für Unternehmen in der Eurozone gestiegen.

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Industriemetallpreis-Index
Gastbeitrag, 15. August 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Eisenerz und Euro prägen Anstieg der MetallpreiseArrow

Im Juli haben die Preise für die wichtigsten Importmetalle der deutschen Industrie wieder leicht zugelegt, nachdem sie zuvor vier Monate in Folge gesunken waren, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. Ohne die starke Aufwertung des Euro in Relation zum Dollar wäre der Anstieg allerdings noch viel deutlicher ausgefallen. mehr

Energiepolitische Unsicherheit verzögert Investitionen in Deutschland
IW policy paper, 10. August 2017

Hubertus Bardt / Thilo Schaefer Energiepolitische Unsicherheit verzögert Investitionen in DeutschlandArrow

Für ein Industrieland wie Deutschland ist eine sichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen von besonderer Bedeutung. Doch die energiepolitischen Rahmenbedingungen führen aktuell dazu, dass energieintensive Unternehmen Investitionen in Deutschland teilweise zurückstellen. mehr

IW-Trends, 25. Juli 2017

Berthold Busch Produktions- und Lieferverflechtungen zwischen britischen Branchen, der EU und DeutschlandArrow

Geht es nach der britischen Regierung, wird das Vereinigte Königreich mit dem Austritt aus der Europäischen Union auch den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen. Das bedeutet, dass der Warenhandel zwischen beiden Wirtschaftsräumen künftig durch nicht-tarifäre Handelshemmnisse, im schlimmsten Fall sogar durch Zölle behindert wird. Dies hat möglicherweise nicht nur Mehrkosten für den Endverbraucher zur Folge. mehr