Das Treffen zwischen EU-Kommissionspräsident Juncker und US-Präsident Trump im Juli 2018 hat viele Geister beruhigt und für mehr Hoffnung gesorgt, dass eine Verhandlungslösung im Handelskonflikt zwischen der EU und den USA gefunden wird. Doch der Waffenstillstand steht immer noch auf wackeligen Beinen, zumal in der in Washington getroffenen Vereinbarung der Handel mit Produkten der Automobilindustrie explizit herausgenommen wurde. Trotz der angekündigten Absicht zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein transatlantisches Freihandelsabkommen bleibt die Ungewissheit bezüglich der Weiterentwicklung des Handelskonflikts hoch. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des IW in Kooperation mit der IW Consult, die im September und Oktober 2018 unter 1.111 deutschen Unternehmen durchgeführt wurde (Abbildung). So rechnen 44 Prozent der befragten Unternehmen mit einer weiteren Verschärfung des Handelsstreits zwischen der EU und den USA, während 34 Prozent dies nicht tun. Besonders pessimistisch sind kleinere Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern. Hier gehen 48 Prozent der Befragten von einer Zuspitzung des Handelskonflikts aus und nur 30 Prozent sind der Meinung, dass diese Entwicklung eher nicht zu erwarten ist.

Mit einer erfolgreichen Verhandlung eines transatlantischen Handelsabkommens rechnet nur jedes dritte Unternehmen in der Befragung (33 Prozent). Für 41 Prozent der Unternehmen ist ein Erfolg bei den angekündigten Verhandlungen eher unwahrscheinlich. Und auch hier ist der Pessimismus bei den kleineren Unternehmen wesentlich stärker ausgeprägt. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern verspricht sich keinen Erfolg in den transatlantischen Verhandlungen eines Freihandelsabkommens (49 Prozent). Immerhin rechnen 39 Prozent der durch die Umfrage erfassten Unternehmen in Deutschland nicht damit, dass die USA aus der World Trade Organization (WTO) austreten werden. Nur jedes vierte Unternehmen erwartet, dass die Zuspitzung des Handelskonflikts in einem Austritt der USA aus der WTO endet (25 Prozent), unter den Unternehmen mit eigener Produktion in den USA sind es sogar nur 16 Prozent.