Insgesamt geringere Maklerprovisionen

Vor Inkrafttreten des „Gesetzes über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ (vgl. BGBl. I 2020 S. 1245) lag die Maklerprovision für Käufer im bundesdeutschen Durchschnitt bei knapp unter 5 Prozent. Neben der Maklerprovision sind auch die anderen Teile der Erwerbsnebenkosten, die Grunderwerbsteuer und die Grundbuch- und Notarkosten, prozentual an den Kaufpreis der Immobilie gebunden. Somit ist die absolute Höhe der Maklervergütung und der Erwerbsnebenkosten als Ganzes in den vergangenen Jahren parallel zu den Kaufpreisen gestiegen. Während den vielerorts stark gestiegenen Kaufpreisen auf der Finanzierungsseite deutlich gesunkene Hypothekenzinsen gegenüberstehen, müssen die Erwerbsnebenkosten in der Regel im vollen Umfang aus Eigenkapital finanziert werden. Damit bilden die Erwerbsnebenkosten einen immer enger werdenden Flaschenhals beim Immobilienerwerb. In den ersten Monaten seit Einführung des neuen Gesetzes ist die durchschnittliche Maklerprovision um 1,5 Prozentpunkte gefallen, im Mittel sind für Käufer jetzt also noch knapp 3,5 Prozent Provision fällig (vgl. Abbildung). Bei einem mittleren Kaufpreis von 300.000 Euro für eine Eigentumsimmobilie könnten Käufer somit 4.500 Euro Eigenkapital sparen.

Maklerprovision überall gesunken

Vor Einführung des Gesetzes war es in einigen Bundesländern üblich, dass der Käufer die gesamte Provision zu tragen hatte, während es in anderen Regionen meist zu einer Teilung der Provision kam. Nach dem neuen Halbteilungsprinzip kann der Verkäufer, wenn er den Makler alleinig beauftragt hat, maximal 50 Prozent der Provision vom Käufer erstattet bekommen. Ist der Makler für beide Parteien tätig, so kann er nun von beiden Parteien lediglich eine Provision in gleicher Höhe verlangen. Die Provision für Käufer war zuvor beispielsweise in Brandenburg und Berlin am höchsten, wo durchschnittlich knapp 7 Prozent anfielen und Verkäufer in der Regel keine Provision zahlten. Am geringsten wiederum war sie im Saarland und in Bayern, wo im Durchschnitt zwischen 3,5 und 4 Prozent aufzubringen waren. Allerdings konnte auch in Märkten, in denen es traditionell üblich war, dass die Maklerprovision geteilt wurde, beobachtet werden, dass die Provisionen für die Käufer über die Zeit anstiegen (vgl. Voigtländer, 2019).

Die durchschnittliche Maklerprovision ist in allen deutschen Landkreisen und Städten gefallen. Der durchschnittliche Rückgang betrug dabei mindestens 0,1 Prozentpunkte im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz und höchstens 3,2 Prozentpunkte in Potsdam-Mittelmark. Dabei gilt im Grundsatz, dass die Provision in Regionen mit vorab hohem Niveau am stärksten zurückgegangen ist. In Berlin beispielsweise hat sich die Provisionshöhe fast halbiert und im Durchschnitt aller Inserate sind dort nun 3,6 Prozent Provision für den Käufer fällig. In Brandenburg ist diese etwas schwächer zurückgegangen, dort müssen noch 4 Prozent des Kaufpreises an den Makler überwiesen werden. Aber auch in Bundesländern, in denen in der Vergangenheit geringere Maklerprovisionen üblich waren, sank die durchschnittliche Provision, wenn auch deutlich schwächer. Im Saarland beispielsweise ging diese von 3,7 auf durchschnittlich 3,4 Prozent zurück, in Bayern von 3,8 auf 3,1 Prozent und auch im Land der Häuslebauer sank die Provision um einen Prozentpunkt von 4,4 Prozent auf 3,4 Prozent.