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Nachhaltigkeit hat sich auch weitgehend in Unternehmen etabliert. Trotz aller Schwierigkeiten bei der Operationalisierung und bei der marktbezogenen Kommunikation hat sich eine prozessorientierte und dreidimensionale Sicht der Nachhaltigkeit in Forschung und Praxis weitgehend durchgesetzt. Danach stellt sie einen kontinuierlichen Prozess dar, in dem die ökonomische, ökologische und soziale Dimension in Unternehmen immer wieder neu abgewogen wird, um die angestrebte Dauerhaftigkeit zu erreichen.

Aus einzelwirtschaftlicher Sicht setzt die Einbeziehung der Nachhaltigkeit in Entscheidungen und Handlungen von Unternehmen eine Konkretisierung voraus. Dabei stellen Verantwortung, ein Denken in Stoffkreisläufen und Kooperation wesentliche Nachhaltigkeitsprinzipien dar, welche bei betrieblichen Aktivitäten zu berücksichtigen sind. Das Verantwortungsprinzip bezieht sich primär auf die normative Komponente und insbesondere auf Aspekte der intraund intergenerativen Gerechtigkeit. Das Kreislaufprinzip zielt auf den dauerhaften Erhalt der natürlichen Umwelt ab. Das Kooperationsprinzip bringt die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit der Beteiligten entlang der gesamten Wertschöpfungsketten zum Ausdruck.

Eine wirksame Umsetzung der Nachhaltigkeit und ihrer Kernprinzipien erfolgt auf betrieblicher Ebene überwiegend über die Integration der relevanten Aspekte vor allem bezüglich Zielen, Strategien, Strukturen und Prozesse in den Unternehmen. Dabei kommt der Verankerung der Nachhaltigkeitsaspekte in das Zielsystem eine besondere Relevanz zu, denn die Ziele bilden einen wesentlichen Orientierungsraum für alle betrieblichen Entscheidungen und Handlungen. Als Basis hierfür gelten Leitbilder oder Unternehmensgrundsätze, die in zahlreichen Unternehmen auch dokumentiert werden. Sie beinhalten Bekenntnisse des Unternehmens zu wichtigen gesellschaftlichen Themen, Problemen und Problemlösungen. Nachhaltigkeit ist bereits heute ein Bestandteil der Leitbilder in vielen Unternehmen. Dieser Aussage stimmen auch 83 Prozent der 106 befragten Umweltexperten aus Unternehmen im aktuellen IW-Expertenpanel zu. Bei 60 Prozent der Unternehmen wurden konkrete Nachhaltigkeitsziele formuliert. Diese Ziele schlagen sich wiederum in Handlungen nieder. So wurde bei gut 59 Prozent der Befragten Nachhaltigkeit bereits mit dem unternehmerischen Kerngeschäft verknüpft (etwa Entwicklung von grünen Produkten und Technologien) oder bei der Lieferantenauswahl berücksichtigt. In mehr als der Hälfe der befragten Unternehmen erfolgt zugleich eine regelmäßige Kontrolle der Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen.

Anhand der Befragung lässt sich auch bezüglich der Nachhaltigkeitsmotive erkennen, dass ökonomische Aspekte eine ausschlaggebende Rolle spielen. Nach Ansicht von rund 73 Prozent der befragten Umweltexperten tragen Nachhaltigkeitsaspekte beispielsweise durch Erhöhung der Energie- und Materialeffizienz zur Kostenreduktion bei. Fast zwei Drittel stufen Nachhaltigkeit bei der Erschließung von Zukunftsmärkten als wichtig ein. Während interne Gründe wie Mitarbeitermotivation als wichtige Nachhaltigkeitstreiber angesehen werden (60 Prozent), werden Aspekte der Finanzmärkte wie Unternehmensbewertung (43 Prozent) oder Medienberichterstattung (37 Prozent) als eher nachrangig eingestuft.

Die Umsetzung der Nachhaltigkeit wird in vielen Unternehmen durch strukturell-organisatorische und kommunikative Maßnahmen flankiert. So erfolgt bei 62 Prozent der befragten Unternehmen eine Institutionalisierung durch eine verantwortliche Stelle oder Person. Zudem werden bei knapp der Hälfte der Befragten Nachhaltigkeitsberichte als Kommunikationsinstrument eingesetzt und bei weiteren 10 Prozent eingeplant.

29. August 2017

Matthias Diermeier / Henry Goecke / Adriana Neligan Riskante RohstoffquellenArrow

Vor allem die deutsche Industrie ist auf Rohstofflieferungen aus dem Ausland angewiesen. Der Wert dieser Importe hat sich zwischen 1995 und 2011 verfünffacht. Auch der Anteil der Einfuhren aus politisch und wirtschaftlich besonders risikobehafteten Ländern ist gestiegen – auf mittlerweile deutlich über 60 Prozent. mehr auf iwd.de

25. August 2017

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Jedes Jahr werfen die Bundesbürger im Schnitt 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Allerdings sind längst nicht alle Generationen gleich verschwenderisch – auch aus historischem Grund. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 14. August 2017

Theresa Eyerund / Adriana Neligan Verschwenderische Generationen X und YArrow

82 kg Lebensmittel wirft jeder Bundesbürger pro Jahr weg. Dabei ist das Wegwerfverhalten keineswegs über die Bevölkerung gleich verteilt. Während ältere Generationen aufgrund ihrer (Nach-)Kriegserfahrungen sparsam sind, verschwenden die Generationen X und Y deutlich mehr Ess- und Trinkbares. mehr