Führung im Wandel Image

Über Generationen hinweg war die Rolle des Chefs (vermeintlich) eindeutig: Die Führungskraft bestimmt, der Angestellte reagiert, und die Führungskraft kontrolliert. Wer Autorität ausstrahlt, den belohnt der Mitarbeiter mit einer guten Leistung. Doch die Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt ändern sich: Die Unternehmen konkurrieren in Zeiten von Fachkräfteengpässen zunehmend um die besten Köpfe. Die Entwicklung hin zum „Arbeitnehmermarkt“ rückt die Interessen der (potenziellen) Mitarbeiter in den Fokus. Mitarbeiterbindung und Reputationsaufbau der Unternehmen werden immer wichtiger.

Ethische und sinnstiftende Forderung

Befragungen zeigen: Lohnsteigerungen reichen vielfach nicht mehr aus, um die Mitarbeiter zu motivieren. Fragt man die Arbeitnehmer nach ihren Ansprüchen an die Arbeit, nennen regelmäßig mehr als 80 Prozent die Bedeutung der im Unternehmen gelebten Werte und die Stärkung der intrinsischen Motivation. Laut der GLOBE-Befragung von rund 18.000 Geschäftsführern, Vorständen und Managern des mittleren Managements ist vor allem die transformationale Führung erfolgreich. Gemeint ist eine beziehungsorientierte Führung, die ethischen Werten folgt, transparent und kooperativ ist, und bei der die Führungskraft Vorbild ist und die Ideale des Unternehmens lebt.

Eine gelungene Umsetzung dieses Führungsstils wirkt sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit aus. Der Anteil der sehr zufriedenen Mitarbeiter verdoppelt sich der Umfrage zufolge auf mehr als 90 Prozent, wenn die Führungskraft einen respektvollen und wertschätzenden Führungsstil pflegt. Damit hat Führung in Deutschland häufig sogar einen größeren Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit als das Gehalt. Zudem wechseln zufriedene Mitarbeiter seltener den Arbeitgeber und empfehlen das Unternehmen häufiger weiter. An der konkreten Umsetzung hapert es jedoch vielfach noch: Laut dem Personalpanel des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln erleben nur 19 Prozent der Beschäftigten eine vorbildlich umgesetzte Vision in ihrem Unternehmen und nur zwei Prozent meinen, es gäbe ein ausgeprägtes gemeinsames Werteverständnis.

Nachhaltige Führung steigert Unternehmenserfolg

Der HOW-Report 2013 leitet aus einer Befragung von mehr als 36.000 Mitarbeitern und Führungskräften ab, dass diejenigen Unternehmen, die charismatische, wertebasierte Führung leben, langfristig effizienter und erfolgreicher sind. In die gleiche Richtung weist der GALLUP Engagement Index 2012: Adaptive, individuelle und innovative Führung schafft emotionale Bindung und verhindert innere Kündigungen. Letztere verursachen Produktivitätseinbußen und Einnahmenausfälle in Milliardenhöhe. Die positiven Folgen emotionaler Bindung sind hingegen vielfältig: Emotional an das Unternehmen gebundene Mitarbeiter hatten häufiger Vertrauen zur Führungskraft (99 Prozent) und Treue zum Unternehmen (93 Prozent) als die Mitarbeiter mit geringer Bindung (Abbildung). Außerdem empfahlen sie den Arbeitsplatz häufiger weiter (82 Prozent) und waren innovationsfreudiger (66 Prozent).

Qualität der Arbeit
Pressemitteilung, 21. August 2017

Andrea Hammermann / Oliver Stettes Qualität der Arbeit: Arbeitnehmer sind zufriedenArrow

Die große Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland ist mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Ähnlich sieht es im Rest Europas aus. mehr

Qualität der Arbeit in Europa – Eine empirische Analyse auf Basis des EWCS 2015
IW-Report, 21. August 2017

Andrea Hammermann / Oliver Stettes Qualität der Arbeit in EuropaArrow

Die Arbeitszufriedenheit signalisiert, ob die Beschäftigten die Qualität des eigenen Arbeitsplatzes als gut einschätzen. Der Anteil der Arbeitnehmer in einem Land, die mit ihrer Arbeit zufrieden sind, ist damit ein Gradmesser für die Qualität der Arbeitsplätze in einer Volkswirtschaft insgesamt. mehr

IW-Kurzbericht, 14. August 2017

Theresa Eyerund / Adriana Neligan Verschwenderische Generationen X und YArrow

82 kg Lebensmittel wirft jeder Bundesbürger pro Jahr weg. Dabei ist das Wegwerfverhalten keineswegs über die Bevölkerung gleich verteilt. Während ältere Generationen aufgrund ihrer (Nach-)Kriegserfahrungen sparsam sind, verschwenden die Generationen X und Y deutlich mehr Ess- und Trinkbares. mehr