Mitgliederentwicklung des DGB Image

Die drei DGB-Gewerkschaften, die Mitglieder hinzugewannen, waren die IG Metall mit 3.422 neuen Mitgliedern, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit 2.236 und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit 738 neuen Mitgliedern. Die GEW verzeichnet nun schon zum siebten Mal in Folge ein Plus, bei der IG Metall war es immerhin der vierte Zuwachs in Folge. Die zweitgrößte Gewerkschaft, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), konnte ihr erstmals erreichtes Plus aus dem Jahr 2013 nicht wiederholen. Die Zahl der Mitglieder ging um fast 26.000 zurück. Allerdings kann ver.di, unter den erwerbstätigen Mitgliedern eine positiven Saldo vermelden. Knapp 101.000 Eintritten standen etwas mehr als 85.000 Austritte gegenüber. Zu den weiteren Verlierern gehören auch die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), die IG Bauen-Agrar-Umwelt, die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Insgesamt haben die acht DGB-Einzelgewerkschaften im letzten Jahr 37.898 Mitglieder verloren. Im Vergleich mit den Vorjahren stellt dies einen Rückschlag dar. Einen ähnlich hohen Verlust gab es zuletzt 2011. Damals betrug das Minus 37.353 Personen. In den letzten beiden Jahren waren es nur 4.715 (2012) und 8.435 (2013) Austritte.

Im Jahr 2014 zählte der DGB insgesamt 300.000 neue Mitglieder, davon trat allein ein Drittel in die IG Metall ein. Dies reichte aber nicht aus, um die um gut 12 Prozent höhere Zahl an Austritten zu kompeniseren. Damit dies künftig gelingt, sollen vermehrt Auszubildene und junge Arbeitnehmer gewonnen werden. Dies gelang zuletzt vor allem der IG Metall und der IG BCE. Die IG Metall erzielte bei den Jugendlichen ein Plus von 1,3 Prozent und verfügt nun über 230.000 Mitglieder, die jünger als 27 Jahre sind. Der IG BCE gelang es, zwei von drei Jugendlichen des aktuellen AusbiIdungsjahrgangs zu organisieren. Insgesamt gab es zuletzt im DGB 520.000 Mitglieder, die jünger als 27 Jahre waren. Gemessen an allen Mitgliedern entsprach dies einem Anteil von 8,4 Prozent. Eine weitere Zielgruppe der Gewerkschaften sind die Frauen. Auch hier vermelden einzelne Gewerkschaften Erfolge. Den positivsten Trend weist dabei die GdP auf. Die Polizeigewerkschaft gewann im letzten Jahr 670 neue Polizistinnen und setzte damit einen längeren Trend erfolgreich fort. Von 2000 bis 2014 steigerte die Gewerkschaft ihren Frauenanteil von 15 auf 23,5 Prozent. Erfolgreich war auch die IG Metall. Sie konnte im letzten Jahr 2.739 Frauen werben. Das waren fast doppelt so viele wie 2013. Ver.di steigerte zwar den Frauenanteil von 51,3 auf 51,5 Prozent, verlor aber insgesamt 8.545 weibliche Mitglieder.

Paula Hellmich und Hagen Lesch

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Dass sich Deutschlands gute Wirtschaftslage nicht in den Geldbeuteln der Arbeitnehmer niederschlage, ist ein oft zu hörender Vorwurf – insbesondere aus dem Gewerkschaftslager. Doch die Zeiten sinkender Reallöhne sind lange vorbei. mehr auf iwd.de

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In einer globalisierten Wirtschaft bedrohen Streiks die Lieferpünktlichkeit und damit auch Kundenbeziehungen. Je weniger Arbeitstage durch Arbeitskämpfe verloren gehen, desto besser ist das für die Planungssicherheit der Unternehmen. Der Soziale Friede ist deshalb ein wichtiger Standortfaktor. Ein internationaler Arbeitskampfvergleich unter 22 OECD-Ländern für den Zeitraum 2007 bis 2016 zeigt, dass es um die Qualität der Arbeitsbeziehungen recht unterschiedlich bestellt ist. mehr