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Das Thema Mitarbeiterkontrolle spielt für jedes Unternehmen in irgendeiner Form eine Rolle. Es geht dabei zum einen um die Messung der Arbeitsleistung und zum anderen darum, mögliches Fehlverhalten aufzudecken. Die Kontrolle der Mitarbeiter reicht dabei von der reinen Arbeitszeiterfassung bis hin zur expliziten Überwachung. Negativbeispiele in der Vergangenheit zeigen, dass es immer wieder Firmen gibt, die mit ihren Überwachungspraktiken gegen Datenschutz und Persönlichkeitsrechte verstoßen – beispielsweise der Bespitzelungsskandal des Discounters Lidl. Hier wurde das Personal systematisch per Video überwacht und man zählte sogar, wie oft ein Mitarbeiter die Toilette aufsuchte. Bisher ungekannte Überwachungsmethoden sind mittlerweile technisch möglich: So entwickeln Softwareunternehmen derzeit beispielsweise einen Stimmentest, der basierend auf Sprechweise und Tonlage analysiert, ob ein Angestellter gestresst ist oder gar kurz vorm Burn out steht. Mögen in Einzelfällen durch die Früherkennung einer Depression tragische Ereignisse wie der Germanwings-Absturz vermieden werden können, haben solch drastische Kontrollmaßnahmen doch enorme Nachteile: Sie verstoßen gegen den Datenschutz und zerstören unter Umständen das Vertrauen der Mitarbeiter.

Eine Studie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen zeigt, dass sich schon einfache Kontrollmaßnahmen negativ auf das grundsätzliche Vertrauen auswirken. Während in früheren Studien untersucht wurde, ob Kontrolle am Arbeitsplatz dem Vertrauen gegenüber Kollegen oder Vorgesetzten schadet, überprüften die Aachener Forscher den Zusammenhang zwischen der Kontrolle am jeweiligen Arbeitsplatz und dem generellen Vertrauen der betrachteten Personen. Dieses erfassten sie mit folgender Frage: „Würden Sie generell sagen, dass den meisten Menschen getraut werden kann oder dass man nicht vorsichtig genug im Umgang mit Menschen sein kann?“ Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diejenigen Personen, die am Arbeitsplatz weniger kontrolliert werden, generell eher Menschen sind, die stärker vertrauen. Abbildung 1 zeigt, dass ein höherer Grad an Kontrolle negativ korreliert mit dem Anteil der Menschen, die grundsätzlich eher vertrauen. Bei den Personen, die am Arbeitsplatz nicht kontrolliert werden, liegt der Anteil derjenigen, die vertrauen, um mehr als 14 Prozent höher als bei denjenigen, die komplett kontrolliert werden. Die Studie zeigt außerdem, dass Menschen, die ihre Arbeitszeit flexibel einteilen können, signifikant häufiger angeben, generell zu vertrauen als die Personen, die täglich feste Arbeitszeiten haben (Abbildung 2).

Die Autoren der Studie geben allerdings zu bedenken, dass eine umgekehrte Kausalität ebenfalls möglich ist. Dies wiederum kann eine Chance für Unternehmen sein: Wer gern Mitarbeiter beschäftigen möchte, die über ein hohes Maß an Vertrauen verfügen, kann diese Arbeitskräfte gezielt durch flexible, selbstbestimmte Arbeitszeiten und den Verzicht auf strikte Kontrollmechanismen anlocken. Dies schafft nicht nur ein besseres Arbeitsklima, sondern spart auch die Kontrollkosten.

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Veranstaltung, 2. November 2017

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