Die Corona-Pandemie bleibt das bestimmende Thema dieses Jahres. Daher wurden beim ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) in der Sonderfrage zum dritten Mal in Folge die Unternehmen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie befragt, wobei zur besseren Vergleichbarkeit exakt die gleichen Fragen wie vor drei Monaten gestellt wurden. Die vollständigen Ergebnisse finden sich in grafischer Form auch auf der IW-Homepage.  Im Vergleich zur letzten Befragung sind die Unternehmen insgesamt weniger von Mietausfällen durch Stundungen betroffen. Während im Vorquartal noch 13,7 Prozent angaben, dass sie stark von Mietstundungen betroffen sind, waren es in diesem Quartal nur 7,3 Prozent. Im Wesentlichen ist die Verbesserung hier auf den Einzelhandel zurückzuführen, denn im Vorquartal waren noch 50 Prozent der Unternehmen stark betroffen, nun waren es 14,3 Prozent. Allerdings könnte die Zahl mit den nun beschlossenen, während der Befragungszeit noch nicht abzusehenden Maßnahmen deutlich steigen. Sehr konstant sind aber die übrigen Auswirkungen: 5,6 Prozent der Unternehmen sind stark von einem sinkenden Neuvermietungsgeschäft betroffen, weitere 58,9 Prozent sind hiervon zumindest gering betroffen. Auch beim Thema Kündigungen bleiben die Werte insgesamt niedrig. Bei den Umsätzen geben nun 9,5 Prozent der Unternehmen an, dass sie stark betroffen sind, vor drei Monaten waren es noch 15,9 Prozent. Allerdings gaben nun 8 Prozent der Unternehmen an, dass sie stark von gestiegenen operativen Kosten (etwa durch Umsetzung neuer Hygienekonzepte) betroffen sind, während es im Vorquartal noch 2,8 Prozent waren, und auch die Zahl der gering betroffenen fällt mit nun 65,5 Prozent höher aus. Die Finanzierungssituation hat sich hingegen verbessert.

Trotz des „Lockdown-Light“, der während der Befragungswelle galt, fallen die Auswirkungen der Corona-Pandemie insgesamt also etwas moderater aus, auch wenn die operativen Kosten gestiegen sind. Entsprechend bewerten die Unternehmen ihre Lage positiver als noch im Vorquartal. Der Lagewert von 61,2 Punkten übertrifft den Vorquartalswert um 18,5 Punkte, liegt aber immer noch rund 17 Punkte unter dem Vorkrisenniveau.

Insbesondere in den Segmenten Handel und Projektentwicklung wird die Lage deutlich positiver eingeschätzt, aber auch bei Wohnen und Büro gab es einen Zuwachs.

Deutlich positiver blicken die Unternehmen auch auf die nächsten zwölf Monate. Der Erwartungswert steigt von 4,7 auf 16,4, das heißt deutlich mehr Unternehmen rechnen nun mit einer Verbesserung als mit einer Verschlechterung der Lage. Besonders optimistisch sind dabei die Projektentwickler, in diesem Segment liegt der Erwartungswert bei 23,9. Danach folgt das Segment Büro, bei dem der Erwartungswert 17,2 erreicht. In diesem Segment ist die Entwicklung besonders bemerkenswert, schließlich lag der Wert im 2. Quartal noch bei -13,2.