Die voranschreitende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft eröffnet vielfältige neue Geschäftsmöglichkeiten für die Unternehmen in Deutschland (Fritsch/Krotova, 2020). Die digitale Erfassung und ökonomische Nutzung von Daten sind für neue Geschäftsmodelle und die Ergänzung und Weiterentwicklung der bestehenden entscheidend (Demary et al., 2019). Durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen wird die Digitalisierung nun noch zusätzlichen Schub erhalten. In einer aktuellen Studie wurde aber deutlich, dass die gemeinsame Nutzung von Daten in der Wirtschaft noch großes Ausbaupotenzial aufweist (Röhl et al., 2021). Dabei ist die umfassende und zielgerichtete Nutzung von Daten eines der Kriterien, in denen sich erfolgreiche digitale Unternehmen von den weniger digital aufgestellten Unternehmen differenzieren.

Eine besondere Rolle kommt in diesem Kontext – gerade für die schnell wachsenden Plattform-Unternehmen (Demary/Rusche, 2018) – dem Austausch und der gemeinsamen Nutzung von Daten zu. In einer Befragung von circa 500 überwiegend mittelständischen Unternehmen zu ihrer Datenaffinität und -nutzung zeigte sich aber, dass der Austausch von Daten über Unternehmensgrenzen hinweg noch wenig ausgeprägt ist (Röhl et al., 2021). Generell ließ sich eine größere Bereitschaft zur systematischen Datennutzung und auch Datenteilung für jene Unternehmen feststellen, die aufgrund ihrer Merkmale als bereits stärker digitalisiert eingestuft wurden. Hierbei handelte es sich aber nur um 28 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Unternehmen (Röhl et al., 2021, 13).

Insbesondere besteht eine deutliche Diskrepanz bezüglich der (gewünschten) Nutzung von Daten Dritter, deren Potenzial für das eigene Unternehmen zunehmend gesehen wird, und einer im Gegensatz dazu sehr geringen Bereitschaft, eigene Daten für andere Unternehmen verfügbar zu machen. Die befragten Unternehmen sollten für die in der Abbildung aufgeführten Datenkategorien angeben, welche Daten – etwa Produkt- und Stammdaten sowie Nutzungsdaten von Kunden – sie aus externen Quellen benötigen, und welche sie mit Dritten zu teilen bereit wären.

Auffällig war zunächst, dass digital aufgestellte Unternehmen deutlich häufiger angaben, die genannten Daten aus externen Quellen zu benötigen, als die weniger digitalen. Insgesamt maßen über die Hälfte der digitalen Unternehmen externen Daten einen hohen Wert zu, während nur ein Drittel der weniger digital aufgestellten Unternehmen einen Vorteil in der Nutzung extern bezogener Daten sah. Im Durchschnitt über die abgefragten Kategorien hinweg gaben 37 Prozent der digitalisierten Unternehmen an, diese externen Daten zu benötigen, aber nur etwas über ein Fünftel der weniger digitalen Unternehmen (Röhl et al., 2021, 23). Dies dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass digital orientierte Unternehmen generell einen höheren Datenbedarf aufweisen und deshalb auch mehr Daten aus externen Quellen nutzen.