Lärm Image

Mit der neuen Verordnung setzt die EU eine lange Reihe von Lärmregulierungen fort. Tatsächlich reichen die Schilderungen von Lärmproblemen in den Städten bis weit in die Antike zurück. Die alten Babylonier machten den Lärm der Menschen für die Sintflut verantwortlich und im alten Rom fand der Dichter Juvenal über den nächtlichen Verkehrslärm drastische Worte: „Hier sterben viele, weil Schlaflosigkeit sie krank gemacht hat (...). Denn in welcher Mietwohnung kann man schlafen? Sehr reich muss man sein, um in Rom schlafen zu können.“ Dieses fast 2000 Jahre alte Zitat spiegelt in vielerlei Hinsicht die Probleme bei der Lärmbekämpfung wider, denn der von Juvenal beklagte Zustand war die Folge einer schlechten Regulierung. Der Senat von Rom hatte beschlossen, dass Warenlieferungen aus dem Umland nachts zu erfolgen hatten, um den Verkehr zeitlich zu entzerren und Staus zu reduzieren.

Um solche unerwünschten Nebenwirkungen zu vermeiden, setzt die EU mit ihrer neuen Lärmregulierung an einer der wesentlichen Lärmquellen im städtischen Umfeld an – den Emissionen der Kraftfahrzeuge. Diese wurden zuletzt 1996 angepasst, weshalb die neue Regulierung durchaus ambitionierte Verschärfungen vorsieht. So sollen die zulässigen Schallemissionen eines Pkw in der Typprüfung von heute 74 Dezibel (dB) auf 68 dB im Jahr 2027 sinken. Das klingt unspektakulär, stellt aber eine Reduktion des messbaren Schalls um 75 Prozent dar. Bereits der erste Reduktionsschritt von 2 dB, der ab 2016 eingeführt wird, bedeutet eine Verringerung der zulässigen Schallemissionen um über 20 Prozent. Zusätzlich zur Grenzwertverschärfung wurde die gesamte Verordnung grundlegend überarbeitet. Pkw sowie leichte und schwere Nutzfahrzeuge wurden in feiner differenzierte Kategorien unterteilt. Auch die Messverfahren wurden neu justiert. In Summe kann gesagt werden, dass besonders von schweren Lkw und Bussen erhebliche Anstrengungen zur Lärmreduktion verlangt werden. Weitgehend ungeschoren bleiben hingegen die Motorräder, die schon heute genauso laut sein dürfen wie ein 40-Tonner.

Mit der neuen Verordnung hat die EU den Fahrzeugentwicklern einige Aufgaben gestellt, die aber als machbar anzusehen sind. Langfristig werden die neuen Grenzwerte dazu beitragen können, dass es in den Städten ruhiger zugeht. Der Schlüssel zu mehr Ruhe in den Städten liegt aber weniger in der Fahrtechnik als im Verhalten des Einzelnen, sei es mit dem Fahrstil oder der Musiklautstärke. Gegenseitige Rücksichtnahme kann auch durch die beste Technik nicht ersetzt werden, wenn man das älteste Umweltproblem der Menschheit eindämmen will.

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CO2 Compendium on CO2 regulation for motor vehicles in Europe
Veranstaltung, 9. Mai 2017

Presentation CO2 Compendium on CO2 regulation for motor vehicles in Europe Arrow

The transportation sector faces special challenges in the process of decarbonisation, since the need for mobility – both for people and goods – is rapidly increasing around the world, especially in the emerging economies. Because of road traffic’s key position in mobility, the future CO2 regulation of cars and trucks will play a substantial role in climate policy. mehr

22. März 2017

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Weltweit rollen immer mehr Elektroautos über die Straßen. Doch während China in Sachen E-Mobilität einen rasanten Wachstumskurs eingeschlagen hat, geht es in Deutschland nur langsam voran. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 26. Januar 2017

Galina Kolev / Thomas Puls Trumponomics und die deutsche AutoindustrieArrow

Die deutsche Wirtschaft blickt der Amtszeit des neuen US-Präsidenten Donald Trump mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Vorteile für die deutsche Wirtschaft, die aus den geplanten Steuersenkungen und dem Infrastrukturprogramm zu erwarten sind, dürften bei weitem durch die Gefahren überschattet werden, sollte seine handelspolitische Strategie umgesetzt werden und zu einer Trendwende bei der globalen Handelspolitik führen. Ein sich global ausbreitender Protektionismus wäre Gift für das deutsche Exportmodell. Für die Autoindustrie bestehen da besondere Risiken. mehr