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Hierbei sind die beiden Dimensionen „Zeitpunkt der Betroffenheit“ und „Art der Betroffenheit“ von Interesse. Bei dem Zeitaspekt geht es primär darum, ob eine Betroffenheit bereits vorliegt, oder ob sie für die Zukunft erwartet wird. Der Zukunftsbezug spielt auch bei der Strategie- und Maßnahmenplanung eine nicht unerhebliche Rolle, besonders hinsichtlich der Frage, ob eine mögliche Betroffenheit für die nahe oder ferne Zukunft erwartet wird. Während eine bereits vorliegende oder eine kurzfristig zu erwartende Betroffenheit eine sofortige Anpassungsmaßnahme erfordert, liegt der Fokus bei mittel- und langfristig zu erwartenden Betroffenheiten auf präventiven Anpassungsmaßnahmen. Hierfür sind allerdings Annahmen oder Projektionen über zukünftige Entwicklungen erforderlich.

Die Frage nach der Art der Betroffenheit stellt sich in Abhängigkeit von den verschiedenen Dimensionen oder Ausprägungsformen des Klimawandels. Neben der natürlich-physikalischen (z. B. Stürme und Starkregenereignisse) sind die marktliche (etwa Nachfragerückgang oder -erhöhung) und die regulatorische Dimension (beispielsweise klima- und energiebezogene Regulierungen) zu nennen. Obgleich sich die Gesamtbetroffenheit aus der Summe der Teilbetroffenheiten ergibt, ist es hilfreich, in der Klimawandel- und Betroffenheitsdiskussion diese Unterscheidung vorzunehmen. In der Klimadiskussion steht allerdings häufig die natürlich-physikalische Dimension des Klimawandels im Mittelpunkt des Interesses. Trotz eines engen Zusammenhangs zwischen den drei genannten Dimensionen dürfen jedoch die marktlichen und regulatorischen Betroffenheiten nicht vernachlässigt werden. Viele deutsche Unternehmen sind gerade von indirekten Klimafolgen stärker betroffen als von direkten Klimafolgen. Durch eine differenzierte Betrachtung kann die Betroffenheitssituation genau analysiert und geeignete Anpassungsmaßnahmen können identifiziert und durchgeführt werden. Damit werden auch die mit der jeweiligen Dimension verbundenen Risiken so gering wie möglich gehalten und die sich daraus ergebenden Chancen genutzt.

Unter Berücksichtigung von Zeit und Art der Betroffenheit bezog sich eine Frage des aktuellen IW-Umweltexpertenpanels auf die Einschätzung der Umweltexperten hinsichtlich der Betroffenheit der deutschen Wirtschaft. Die Befragung ermöglicht eine differenzierte Analyse der Betroffenheitssituation. Knapp 69 Prozent der 178 Befragten sehen ihr Unternehmen bzw. ihre Mitgliedsunternehmen schon heute regulatorisch betroffen. Vor dem Hintergrund der Fülle an klima- und energie-bezogenen Regulierungen auf nationaler und europäischer Ebene ist dies auch nicht verwunderlich. Gut 24 Prozent der befragten Experten erwarten noch eine Betroffenheit in den kommenden zehn Jahren.

Mehr als die Hälfte der befragten Umweltexperten sehen bereits heute eine marktinduzierte Betroffenheit vom Klimawandel. Knapp 40 Prozent der befragten Umweltexperten aus der Wirtschaft erwarten diese Betroffenheit in den nächsten zehn Jahren. Die markbezogene Betroffenheit bringt Chancen und Risiken mit sich. Die vielfältigen Marktchancen können sich für die deutschen Unternehmen durch die Entwicklung und Vermarktung von klimaschutz- und anpassungsorientierten Technologien, Produkten und Dienstleistungen beispielsweise durch die Erschließung von neuen Geschäftsfeldern im Hochwasser- und Küstenschutz und Bausektor ergeben. Auch die Marktrisiken im Tourismussektor beispielsweise durch einen Nachfragerückgang im Wintersport sind nicht auszuschließen.

Hinter der natürlich-physikalischen Dimension verbirgt sich eine direkte Betroffenheit von veränderten klimatischen Bedingungen und Extremwetterereignissen wie Stürmen, Starkregenereignissen oder Überflutungen. Aufgrund der relativ guten klimatischen Bedingungen Deutschlands sehen sich lediglich rund 17 Prozent der befragten Umweltexperten bereits heute vom Klimawandel betroffen. Rund 15 Prozent der Befragten erwarten diesbezüglich keine Auswirkungen. 30 Prozent erwarten aber eine Betroffenheit in den kommenden zehn Jahren und gut 28 Prozent in mehr als zehn Jahren. Von daher wird die Anpassung an die direkten Klimafolgen für diese Unternehmen in den nächsten Jahren deutlich relevanter werden.

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