Seit dem Jahr 2000 erhebt das CDP (www.cdp.net) als Non-Profit-Organisation umweltspezifische Daten der weltweit größten an der Börse notierten Unternehmen, um Investoren mit umwelt- und klimarelevanten Informationen zu versorgen. Dabei unterscheidet das CDP zwischen Risiken und Chancen, die aus Regulierungen, Veränderungen physischer Klimaparameter und aus sonstigen klimabedingten Entwicklungen resultieren. Den Antworten der 25 DAX-Unternehmen zufolge nehmen nur 24 Prozent kein Risiko in einer der drei genannten Kategorien wahr.

Die meisten Betroffenheiten werden durch regulatorische Veränderungen hervorgerufen. Rund 72 Prozent der 25 antwortenden Unternehmen fühlen sich durch klimawandelbedingte regulatorische Folgen negativ betroffen. Allerdings erwarten noch mehr Unternehmen sogar Chancen für ihre Geschäftstätigkeit, beispielsweise aufgrund verschärfter gesetzlicher Anforderungen an die Umweltverträglichkeit von Technologien und Produkten. So könnten sich hieraus für die Anbieter derartiger Technologien und Produkte steigende Absatzmöglichkeiten ergeben. An zweiter Stelle werden die sonstigen klimabezogenen Entwicklungen wie Reputations- oder Wettbewerbsrisiken und Chancen genannt. Auch hier überwiegt mit 84 Prozent der Antworten eine chancenorientierte Sicht im Vergleich zu 60 Prozent risikobezogener Antworten. Die Wahrnehmung von Risiken und Chancen, die direkt durch klimatisch-natürliche Parameter, zum Beispiel Temperatur- oder Niederschlagsveränderungen, ausgelöst werden, ist etwas schwächer ausgeprägt. Jedoch überwiegen in dieser Kategorie die Risiken mit 56 Prozent gegenüber den Chancen mit 48 Prozent.

Von den 25 DAX-Unternehmen wurden insgesamt 63 Risiken und 41 Chancen genannt, die durch klimatisch-natürliche Ursachen ausgelöst werden können. Die Antworten geben auch Auskunft darüber, wie sich diese im gegebenen Fall auf die Unternehmen auswirken können. Dabei werden die meisten Risiken, bedingt durch klimatische Veränderungen, in Produktionsunterbrechungen und reduzierten Produktionskapazitäten sowie erhöhten Betriebskosten gesehen. Im Unterschied zu den Risiken werden die Chancen stärker indirekt als direkt wahrgenommen. Das heißt, sie ergeben sich etwa aus veränderten Kundenansprüchen an innovative Produkte und neue Technologien, die helfen, möglichen Gefahren gegenüber besser aufgestellt zu sein. Die Chancen werden an erster Stelle im Bereich von Produkten und Dienstleistungen gesehen, die sich aus den veränderten klimatischen Bedingungen ergeben könnten. Weitere Chancen werden in reduzierten Betriebskosten, etwa durch Einsparung der Energiekosten, gesehen. Aufgrund der globalen Vernetzung sind die DAX-Unternehmen einer größeren klimawandelinduzierten Betroffenheit an unterschiedlichen Standorten und Infrastrukturen ausgesetzt. Sie verfügen aber über unternehmensübergreifende etablierte Risikomanagementsysteme, die die Identifikation, Erfassung, Bewertung und Bewältigung von Klimarisiken ermöglichen.