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Die Motive für die Durchführung von Klimaschutzmaßnahmen in Unternehmen sind vielfältig. Neben unternehmensinternen Anlässen werden die klimaschutzinduzierten Entscheidungen und Handlungen überwiegend durch externe Faktoren beeinflusst und teilweise auch dadurch determiniert. In diesem Kontext sind insbesondere die Einflüsse aus dem regulatorischen, marktlichen und gesellschaftlichen Umfeld des Unternehmens hervorzuheben. Während das regulatorische Umfeld eher eine „Push-Wirkung“ auf die Klimaschutzorientierung ausübt, geht von dem marktlichen Umfeld und hier besonders von dem marktinduzierten klimaschutz- und klimaanpassungsbezogenen Nachfrageverhalten eine „Pull-Wirkung" aus.

Der Klimaschutz ist ein globales öffentliches Gut. Das Feld ist durch eine Fülle von Gesetzen und Verordnungen auf nationaler und europäischer Ebene stark reglementiert. Daher ist es nicht erstaunlich, dass Klimapolitik und Gesetzgebung bei der aktuellen Befragung des IW-Umweltexpertenpanels im März/April 2014 von rund drei Vierteln der 163 befragten Umweltexperten der Wirtschaft (darunter 105 Unternehmen) an erster Stelle und somit als Hauptmotiv für den Klimaschutz genannt werden. Dieses Motiv wurde bei den Wirtschaftsverbänden mit 79 Prozent häufiger angeführt als bei den Unternehmen mit 72 Prozent. Erst danach werden von der Hälfte der befragten Umweltexperten marktinduzierte Gründe wie Kostenreduzierung durch Klimaschutzmaßnahmen als treibende Motive gesehen.

Mit rund 47 Prozent rangiert die freiwillige Selbstverpflichtung als weiteres wichtiges Motiv für den Klimaschutz an dritter Stelle, wobei dies bei den befragten Unternehmen mit 52 Prozent öfter genannt wurde als bei den Wirtschaftsverbänden mit 36 Prozent.

Gut 42 Prozent der befragten Umweltexperten sehen zudem Marktimpulse und Chancen durch Klimaschutzprodukte und Dienstleistungen als eines der wichtigsten Motive für den Klimaschutz. Allein mit Klimaschutzgütern und -diensten konnten dem Statistischen Bundesamt zufolge die Betriebe des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleitungsbereichs in Deutschland im Jahr 2011 einen Umsatz von rund 45,5 Milliarden Euro erzielen.

Die eigene direkte Betroffenheit durch den Klimawandel wurde lediglich von 28 Prozent der befragten Umweltexperten als wichtiges Motiv für Klimaschutzmaßnahmen in Unternehmen eingestuft. Damit wird auch der Unterschied der Strategie des Klimaschutzes zur Anpassung an die Klimafolgen sichtbar. Denn bei den Maßnahmen zur Anpassung an ein verändertes Klima und an die Folgen der Extremwetterereignisse spielt die eigene Betroffenheit von Unternehmen (z. B. Baumaßnahmen gegen Überflutung der Produktionsstandorte) eine wesentliche Rolle.

Klimawandel
IW-Nachricht, 31. Mai 2017

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