Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat Anfang Februar den SPD-Entwurf einer Grundrente, die Respekt-Rente, vorgestellt (SPD, 2019). Danach sollen niedrige Renten um einen Zuschlag erhöht werden, wenn deren Bezieher mindestens 35 Jahre „Grundrentenzeiten“ aufweisen (portal-sozialpolitik.de, 2019, 1 f.). Dazu zählen ebenso Zeiten, in denen Pflichtbeiträge gezahlt wurden - unabhängig davon, ob in Teil- oder Vollzeitarbeit – wie rentenrechtlich wirksame Zeiten der Kindererziehung oder der Pflege.

Wer nach 35 oder mehr Jahren einen Durchschnittswert von 0,2 bis 0,8 Entgeltpunkten aufweist, dessen Rente soll aufgestockt werden. Ausschlaggebend für die Feststellung ist der Durchschnitt über die gesamte Beitragszeit. Die Aufstockung kann deshalb auch erfolgen, wenn in einzelnen Jahren mehr als 80 Prozent des beitragspflichtigen Durchschnittsentgelts verdient wurde. Liegen beide Voraussetzungen vor, dann soll der individuelle Durchschnittswert für 35 Jahre verdoppelt werden, höchstens jedoch bis auf 0,8 (portal-sozialpolitik.de, 2019, 3). Die Aufstockung soll ohne Bedürftigkeitsprüfung erfolgen. Bleibt die Respekt-Rente dennoch unter dem Niveau der Grundsicherung, dann soll in diesem Fall zusätzlich ein Freibetrag bei der Anrechnung des eigenen Einkommens eingeräumt werden. Über den individuellen Regelbedarf hinaus könnte ein Ruheständler dann weitere 25 Prozent seiner gesetzlichen Grundrente behalten, höchstens jedoch 106 Euro pro Monat (portal-sozialpolitik.de, 2019, 2 f.).

Der Bundesarbeitsminister bewirbt das Modell unter anderem mit der Aussicht, dass drei bis vier Millionen Menschen von der Respekt-Rente profitieren werden (SPD, 2019). Offen bleibt aber die Gegenfrage, wie viele Menschen nicht in den Genuss einer Aufstockung kommen, weil sich ihre Lebensleistung nicht vollständig in der gesetzlichen Rente spiegelt.