Ab dem 1.1.2019 wird der Beitragssatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern hälftig geteilt. Damit entfällt der Zusatzbeitrag für die Mitglieder gesetzlicher Kassen. Für die Arbeitgeber bedeutet dies – unter der Annahme konstanter Bruttolöhne – eine zusätzliche Belastung von anfänglich rund 5 Milliarden Euro pro Jahr (Schätzung auf Basis des Sozialbudgets 2017, Tabelle III-1; BMAS, 2018a). Dabei tragen sie auch ohne Beitragssatzparität einen höheren Anteil an den Kosten im Krankheitsfall, ist doch neben der medizinischen Behandlung auch die Entgeltfortzahlung in den Blick zu nehmen (BDA, 2017).

Fehlt ein Mitarbeiter krankheitsbedingt, zahlt der Arbeitgeber das volle Gehalt für bis zu sechs Wochen (§3 EFZG) – erst danach springt die gesetzliche Krankenkasse des Mitarbeiters ein. Das Krankengeld beträgt allerdings nur 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts (§47 SGB V). Mehrere kürzere Fehlzeiten, die auf dieselbe Erkrankung zurückzuführen sind, werden innerhalb von zwölf Monaten summiert. Bei jeder anderen Erkrankungsursache beginnt die sechswöchige Fortzahlungsfrist von neuem. Das Entgelt wird auch während des Mutterschutzes gezahlt (§ 19 MuSchG), also sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin sowie acht Wochen nach der Geburt.

Die Höhe der Aufwendungen dokumentiert das Bundessozialministerium im jährlich erscheinenden Sozialbudget (BMAS, 2018). Demnach mussten die Arbeitgeber im Jahr 2017 schätzungsweise 52,1 Milliarden Euro für die Fortzahlung der Gehälter aufwenden, davon 49,9 Milliarden Euro für ihre erkrankten Mitarbeiter. Das Sozialbudget weist allerdings nur Bruttoentgelte aus und greift damit zu kurz. Denn die Arbeitgeber zahlen neben dem Gehalt auch ihren darauf entfallenden Beitragsanteil zur gesetzlichen Sozialversicherung.