Nach den Daten des Dachverbands der Betriebskrankenkassen verharrte der Krankenstand im Jahr 2019 auf dem Niveau des Vorjahres. Damit konnte der langjährige Trend steigender Krankenstände zwar gestoppt werden, eine Trendumkehr zeichnet sich aber nicht ab (BKK-Dachverband, 2020a, 78).

Krankheitsbedingte Fehlzeiten sind nicht nur eine Herausforderung für die betrieblichen Abläufe – Produktions- und Lieferverpflichtun-gen müssen auch bei reduzierter Belegschaft eingehalten werden. Aufgrund der Lohnfortzahlungspflicht wirken sie sich auch unmittelbar auf die Arbeitskosten aus.

Denn fehlt ein Mitarbeiter krankheitsbedingt, zahlt der Arbeitgeber das volle Gehalt für bis zu sechs Wochen (§ 3 EFZG). Kürzere Fehl-zeiten, die auf dieselbe Erkrankung zurückzuführen sind, werden dabei innerhalb von 12 Monaten summiert. Bei anderen Diagnosen beginnt die sechswöchige Frist von neuem. Erst danach ersetzt das Krankengeld der gesetzlichen Kassen die Entgelt-fortzahlung. Das beträgt 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts (§ 47 SGB V).

Die Aufwendungen für die Fortzahlung der Bruttoentgelte werden im Sozialbudget dokumentiert (BMAS, 2020). Sieht man von Zeiten des Mutterschutzes ab, zahlten die Arbeitgeber 2019 demnach 56,2 Milliarden Euro an ihre erkrankten Mitarbeiter. Die darauf anfallenden Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung müssen dagegen geschätzt werden.