Mit dem nun gestarteten Staatsanleihen-Ankaufsprogramm der EZB werden die Zinsen für Anleihen noch einmal nach unten gedrückt – und damit Immobilien relativ gesehen noch attraktiver. Entsprechend gut ist die Laune der Immobilienwirtschaft und der Lagewert hat mit einem Ergebnis von 81,5 fast den bisherigen Höchstwert der ersten Befragung von 84,1 erreicht (S. 2). Besonders gut schätzen derzeit Büroinvestoren ihre Lage ein. Und auch die Erwartungen für die kommenden 12 Monate haben sich verbessert. Die deutlichsten Zuwächse gab es dabei bei den Wohnungsinvestoren, wo sich der Wert für die Erwartungen um 20,6 Punkte verbessert hat. Auch bei den Projektentwicklern gab es mit 18,1 Punkten einen außergewöhnlich starken Zuwachs. In beiden Segmenten schien es bislang, dass die Unternehmen angesichts der bereits guten Lage keine Verbesserungen mehr erwarten – diese Annahme scheint nun revidiert worden zu sein. Lediglich im Segment Handel haben sich Lage und Erwartungen etwas verschlechtert, allerdings ausgehend von sehr hohen Werten. Insgesamt beträgt der Wert für das Immobilienklima der Immobilienwirtschaft - indem Lage und Erwartungen zusammengefasst werden - nun 53,6, was einer Steigerung von mehr als 10 Punkten gegenüber dem Vorquartal entspricht.

Den großen Einfluss der EZB erkennt man auch daran, dass insbesondere die Finanzierungsbedingungen als noch besser eingestuft werden (S. 2). Über 37 Prozent der befragten Unternehmen geben nun an, dass sich die Finanzierungsbedingungen in den nächsten 12 Monaten weiter verbessern – im Vorquartal waren es nur 16 Prozent. Angesichts dessen scheint es derzeit keinen großen Bedarf zu geben, Fremdkapitalfinanzierer außerhalb des Bankensektors zu finden. Nur 17 Prozent der Unternehmen haben bisher Kredite von alternativen Immobilienfinanzierern, wie etwa Immobilienkreditfonds, bezogen, wie das Ergebnis unserer Sonderfrage zeigt. Und auch für die Zukunft planen dies nur rund 17 Prozent, weitere 16 Prozent gaben ein „vielleicht“ an. Auffällig ist jedoch, dass gerade Projektentwickler deutlich offener sind. Hier gaben knapp 29 Prozent „Ja“ und weitere 25 Prozent „vielleicht“ an. Da durch Basel III gerade riskantere Kredite von Banken zukünftig nur zu höheren Kosten vergeben werden können, scheint sich die Branche zunehmend nach Alternativen umzusehen.