Themen wie Nachhaltigkeit, soziale und gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen sowie ethisches Handeln in der Wirtschaft spielen eine immer größere Rolle. In einer internationalen Umfrage wurden nun Konsumenten aus verschiedenen Ländern der Welt zu diesen Aspekten befragt.

Insgesamt sind sich die Menschen aus den befragten Ländern zu 76 Prozent darin einig, dass Unternehmen gemeinnützige Zwecke unterstützen sollten. Nur 6 Prozent widersprechen dieser Aussage. In Russland ist die Zustimmung am höchsten: 94 Prozent sehen Unternehmen dazu verpflichtet, sich sozial zu engagieren. Auch die deutsche Bevölkerung wünscht sich zu 80 Prozent dieses Verhalten von den Unternehmen. Auffällig gestaltet sich hier das Antwortverhalten von den Belgiern: Nur 37 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Unternehmen CSR betreiben sollten.

Aus Sicht der Unternehmen ist das originäre Ziel, wirtschaftliche Erfolge zu realisieren. Wie aber sehen dies die Konsumenten und welchen Stellenwert messen sie der Erwirtschaftung von Gewinn und ethischem Handeln bei? Die Teilnehmer der Umfrage wurden daher mit folgender Aussage konfrontiert: „Unternehmen sollten die Gewinnerzielung über CSR stellen.“

Insgesamt geben 49 Prozent der Befragten an, dass das originäre Ziel der Unternehmen die Gewinnerzielung sein sollte. Trotz aller Kritik an deutschen Unternehmen sowie deren Managern, zeigt die deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung eine hohe Akzeptanz für das Streben der Unternehmen nach Gewinn als zentrales Ziel des Wirtschaftens. So ist diese zu 78 Prozent und damit deutlich stärker als der Länderdurchschnitt der Auffassung, dass die Gewinnerzielung vor sozialem Engagement stehen sollte. Einer ähnlichen Ansicht sind auch die Mexikaner (82 Prozent), Spanier (80 Prozent) und Franzosen (75 Prozent). In den USA hingegen halten es nur 17 Prozent der Befragten für legitim, Gewinn vor CSR zu stellen. Auch die Länder Großbritannien, Kanada, Brasilien, Österreich und die Niederlande erachten soziales Engagement von Unternehmen wichtiger als das Erwirtschaften von Gewinnen (s. Abbildung).

Gewinn versus CSR
Gewinn versus CSR

Trotz des überwiegenden Konsens hinsichtlich der Forderung, dass Unternehmen CSR betreiben sollen, ist das Misstrauen bezüglich der Motivlage der Unternehmen nach wie vor groß. So glauben 56 Prozent der Befragten nicht daran, dass die Unternehmen sich aus intrinsischer Motivation für gemeinnützige Zwecke engagieren. In Brasilien ist die Skepsis am größten: 73 Prozent der Brasilianer sind der Meinung, dass Unternehmen soziales Engagement nur betreiben, um ihre Produkte besser zu verkaufen.

Ein großes Manko solcher Studien ist allerdings ihre Validität und Reliabilität – d.h. inwieweit die Aussagen verlässlich und replizierbar sind. Doppelte Verneinungen in der Frageformulierung, Übersetzungsprobleme und definitorische Probleme lassen Zweifel an manchen Ergebnissen solcher Umfragen auftauchen. Mehr und besser kontrollierter Research ist somit notwendig.

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Vor allem die deutsche Industrie ist auf Rohstofflieferungen aus dem Ausland angewiesen. Der Wert dieser Importe hat sich zwischen 1995 und 2011 verfünffacht. Auch der Anteil der Einfuhren aus politisch und wirtschaftlich besonders risikobehafteten Ländern ist gestiegen – auf mittlerweile deutlich über 60 Prozent. mehr auf iwd.de

25. August 2017

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Jedes Jahr werfen die Bundesbürger im Schnitt 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Allerdings sind längst nicht alle Generationen gleich verschwenderisch – auch aus historischem Grund. mehr auf iwd.de

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