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Für Industrieunternehmen in Deutschland zählen die Netzinfrastrukturen zu den wichtigsten industriellen Standortfaktoren. Eine stabile Stromversorgung führt die Rangliste an: Laut IW-Befragung ist sie für gut 92 Prozent der Unternehmen relevant. Gut 85 beziehungsweise 82 Prozent bezeichnen eine qualitativ hochwertige Straßen- und Kommunikationsinfrastruktur als wichtige Standortbedingung. In der Dienstleistungsbranche sind die Werte jeweils etwas niedriger, aber auch hier haben die genannten Infrastrukturen eine hohe Relevanz.

Die Bewertung der wichtigen Infrastrukturen ist jeweils positiv und – in Schulnoten ausgedrückt – im Bereich „gut“. Dabei wird die Stromversorgung mit einem Wert von 1,9 unter den drei Infrastrukturen am besten bewertet. Straßen und die Kommunikationsinfrastruktur kommen auf einen Wert von 2,4 und 2,3.

Auch wenn dem Zustand der Infrastrukturen heute ein gutes Zeugnis ausgestellt werden kann, gibt es aufgrund von Qualitätsschwächen regelmäßige Beeinträchtigungen des eigenen Geschäfts für Unternehmen in Deutschland. Dies gilt besonders für den Straßenverkehr, wo fast zwei Drittel der 2.800 befragten Unternehmen bereits Beeinträchtigungen feststellen mussten, davon 23 Prozent deutliche und 41 Prozent geringe Einschränkungen. Bei den Kommunikationsnetzen fielen die Werte mit 15 beziehungsweise 39 Prozent geringer aus, besonders durch die kleinere Anzahl deutlich beeinträchtigter Unternehmen. Im Vergleich dazu noch weniger kritisch ist die Lage bei der Energieversorgung, wo vor allem der Anteil der gering betroffenen Unternehmen niedriger ausfällt. 14 Prozent der Unternehmen sehen deutliche, 29 Prozent geringe Beeinträchtigungen. Deutlich weniger Auswirkungen sind durch Schwächen bei Schienen-, Luft- und Schiffsverkehr zu verzeichnen, die allerdings auch deutlich weniger bedeutsam für viele Unternehmen sind. Die gut ausgebaute Infrastruktur ist ein Standortvorteil für Deutschland. Beeinträchtigungen der Produktionsprozesse durch Infrastrukturmängel sind gleichwohl unübersehbar. Für eine übermäßig pessimistische Diagnose besteht jedoch kein Grund. Wohl aber besteht Anlass zur Sorge angesichts der anstehenden Herausforderungen, denen die wichtigsten Infrastrukturen ausgesetzt sind.

Gutachten

Hubertus Bardt / Esther Chrischilles / Manuel Fritsch / Michael Grömling / Thomas Puls / Klaus-Heiner Röhl: Infrastruktur zwischen Standortvorteil und Investitionsbedarf

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Ansprechpartner

14. August 2017

Thomas Puls / Thilo Schaefer Aus dem Staub gemachtArrow

Die Feinstaubbelastung durch den Straßenverkehr ist in Deutschland deutlich zurückgegangen. Die Grenzwerte werden nur noch an einem einzigen Standort überschritten. mehr auf iwd.de

Interview, 10. August 2017

Michael Hüther und Gustav Horn in der taz „Zu starr für das reale Leben“Arrow

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, und Gustav Horn, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), streiten über Wirtschaftspolitik vor der Wahl im September: über Odysseus, skeptische E-Auto-Verkäufer und warum es besser ist, nicht in Köln zu wohnen. mehr

CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in Europa – ein Kompendium
Gutachten, 9. August 2017

Thomas Puls CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in EuropaArrow

Der Verkehrssektor steht bei der Dekarbonisierung vor besonderen Herausforderungen, denn der Bedarf an Mobilität von Personen und Gütern nimmt global rasant zu, vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern. Aufgrund seiner Schlüsselstellung für die Mobilität wird die künftige Kohlendioxid-Regulierung von Pkw und Lkw eine gewichtige Rolle für die Klimapolitik spielen. mehr