Die Weltfußballverband FIFA macht es vor: Auf der Internetseite beschreibt die FIFA ihre Nachhaltigkeitsstrategie, bekennt sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und spricht sich für Fairplay aus. Wie passen diese freiwilligen Verpflichtungen mit einem ausgewachsenen Korruptionsskandal zusammen? Es zeigt sich, dass wohlklingende Versprechungen nicht ausreichen, um ethisches Verhalten zu gewährleisten.

Dies bestätigt auch eine weltweite Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zur Korruption in Unternehmen. Trotz staatlicher Anti-Korruptionsgesetze und vieler Korruptionsrichtlinien in Unternehmen, besteht noch immer eine Bereitschaft zu unethischem Verhalten bei einzelnen Akteuren. Immerhin 6 Prozent der 2.719 Befragten würden Finanzkennzahlen fälschen, wenn sie dadurch einen wirtschaftlichen Abschwung ihres Unternehmens verhindern können (Grafik). Weitere 13 Prozent halten Bargeldzahlungen für ein geeignetes Mittel, 14 Prozent greifen zu Geschenken und 29 Prozent setzen Unterhaltungsangebote ein, um den Unternehmenserfolg zu sichern.

Mit der Formulierung von Leitbildern und Mission Statements ist es also nicht getan. Es geht vielmehr darum, die Versprechungen im Unternehmensalltag zu leben und die Unternehmenswerte für Mitarbeiter, Kunden und weitere Stakeholder spürbar zu machen. Wertemanagement muss deshalb verstärkt als Führungs- und Managementaufgabe verstanden werden. Denn eine tiefgreifende Verankerung von Werten in der Unternehmenskultur kann nur gelingen, wenn sie von Führungskräften vorgelebt und umgesetzt werden.

66 Prozent der Führungskräfte sind dabei der Ansicht schon werteorientiert zu führen, aber nur 4 Prozent der Mitarbeiter fühlen sich werteorientiert geführt. In praxisorientierten Diskursen und Schulungen lassen sich Wege zur Überwindung der Kommunikationsschwierigkeiten erarbeiten und der eigene innere Kompass lässt sich neu ausrichten.