Die Aussichten für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland werden durch die nunmehr schon über mehr als ein Jahr anhaltende Schrumpfung des Verarbeitenden Gewerbes und den Rückgang der deutschen Exporte geprägt. Beide miteinander zusammenhängende Entwicklungen haben die Wachstumsaussichten für dieses und nächstes Jahr deutlich reduziert (IW Forschungsgruppe Gesamtwirtschaftliche Analysen und Konjunktur, 2019). Protektionismus beeinträchtigt mehr und mehr die Weltwirtschaft und den internationalen Handel – und das bekommt die stark auf die Weltmärkte ausgerichtete deutsche Industrie immer stärker zu spüren. Bislang konnten jedenfalls die boomende Bauwirtschaft und die stabilen Dienstleistungsbranchen eine gesamtwirtschaftliche Rezession verhindern. Dabei spielt die robuste Konsumtätigkeit hierzulande eine wichtige Rolle.

Über die vergangenen zehn Jahre war der inländische Konsum der wesentliche Wachstumstreiber in Deutschland. Knapp die Hälfte des gesamtwirtschaftlichen Wachstums resultierte nachfrageseitig aus dem Zuwachs beim Privaten Konsum. Hierzu haben vor allem der kontinuierliche Anstieg der Beschäftigung und die damit einhergehende positive Einkommensentwicklung beigetragen. Für das Ausmaß der gegenwärtigen und voraussichtlich auch im kommenden Jahr anhaltenden konjunkturellen Schwäche ist es bedeutsam, ob der Konsum seine stabilisierende Rolle weiterhin spielen wird. Der Arbeitsmarkt ist hierzulande noch sehr robust: Die Beschäftigung liegt auf einem Rekordniveau von über 45 Millionen Erwerbstätigen und die Arbeitslosigkeit weist mit gut 3 Prozent auf Basis des harmonisierten Messverfahrens eine im internationalen Vergleich hervorragende Dimension auf. Allerdings mehren sich die Meldungen hinsichtlich Personalkürzungen und im Industriebereich droht im Winterhalbjahr 2019/2020 verbreitet Kurzarbeit.

Auf Basis des TCB-IW-Verbrauchervertrauens waren die Konsumenten in Deutschland bislang zuversichtlich. Dieser international breit aufgestellte Konsumindex wird gemeinsam von The Conference Board (TCB) und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für Deutschland veröffentlicht. Die Daten werden quartalsweise in Zusammenarbeit mit Nielsen im Rahmen des Global Consumer Confidence Survey erhoben (The Conference Board, 2019).

Im dritten Quartal 2019 lag das TCB-IW-Verbrauchervertrauen mit 104,0 Punkten leicht über dem Vorquartal (Abbildung links). Damit ist die Stimmung der Konsumenten auf einem im langfristigen Vergleich hohen Niveau – Werte für Deutschland liegen seit dem Jahr 2005 vor (siehe hierzu ausführlich Bardt et al., 2019). Die Rekordwerte vom ersten Halbjahr 2018 wurden kürzlich zwar deutlich unterschritten, seit dem vierten Quartal 2018 ist jedoch eine Seitwärtsbewegung des Verbrauchervertrauens und damit Stabilität auf einem hohen Niveau zu beobachten.