Die derzeitigen Staatsausgaben für die gesetzlichen Sozialversicherungssysteme überschreiten bei Weitem die Summe, die allein durch die Einnahmen zur Verfügung stehen würde. Schon mittelfristig ist so die Alterssicherung im deutschen Sozialversicherungssystem nicht tragbar. Das kontinuierliche Anwachsen des Schuldenbergs macht deutlich, dass eine Reform erforderlich ist. Die steigende Höhe der Zinsbelastung durch das Staatsdefizit nimmt der Politik Spielraum bei den Staatsausgaben, so dass schon heute wichtige finanzielle Mittel in den Bereichen Bildung und Erziehung sowie für Investitionen fehlen. Soll die Finanzierbarkeit der Rentenkassen auch für die kommenden Generationen gewährleistet sein, müssen strukturelle Veränderungen vorgenommen werden. Hierzu gibt es drei Alternativen:

Gesetzliche Rentenversicherung
Gesetzliche Rentenversicherung

Zum einen könnten von der jeweiligen Erwerbsbevölkerung längere Lebensarbeitszeiten verlangt werden. Aufgrund des medizinischen Fortschritts ist die Umsetzung dieser Idee nicht unrealistisch, der Vorschlag erscheint aber 68 Prozent der Deutschen als unfair. Die Vorstellung, länger zu arbeiten, lässt nicht unbedingt positiv in die Zukunft blicken. Allerdings müssen sich die Strukturen der Sozialversicherung an die Veränderungen der Umwelt, namentlich an die längere Lebenserwartung und die bessere körperliche Verfassung im hohen Alter, anpassen, um finanzierbar zu bleiben.

Die zweite Alternative wären höhere Beitragszahlungen für die arbeitende Bevölkerung. So wären mehr finanzielle Mittel für den steigenden Anteil der Rentenempfänger verfügbar. Auch diese Maßnahme wird jedoch von 71 Prozent der Deutschen als ungerecht angesehen, so dass eine Durchsetzung politisch kaum machbar ist. Klar ist, auch hier würde die Erwerbsbevölkerung stärker belastet. Soziale Abgaben sind zudem in Deutschland im internationalen Vergleich schon heute hoch.

Die dritte mögliche Maßnahme zur Reform wären geringere Rentensteigerungen. Auf diese Weise könnte verhindert werden, dass die Kosten für Rentenzahlungen zu stark anwachsen. Diese Eindämmung der Renten wird allerdings ebenfalls von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. 62 Prozent sehen auch diese Idee als ungerecht an.

Der Wählerwille ist ausschlaggebend für die Möglichkeit von Reformen, und dieser Wählerwille lässt es kaum zu, den Status quo zu verändern. Die Bevölkerung hat zwar die Notwendigkeit zu wesentlichen Reformen erkannt, dafür Verzicht zu leisten will sie nicht. Zudem, und dies verdeutlicht die Abbildung, lässt ihr Gerechtigkeitsempfinden eine Reform ebenfalls nicht zu:

Vierzig Prozent der befragten Deutschen empfinden sämtliche Alternativen zum Umbau der Alterssicherung als ungerecht. Allerdings unterliegen sie dabei dem entscheidungstheoretisch gut nachgewiesenem Trugschluss, dass man die Wahl hätte zwischen der sicheren Alternative (Status Quo beibehalten) und einer unsicheren Zukunftsalternative. Dabei gibt es immer nur die Wahl zwischen unsicheren Zukunftsvarianten.

Die IW-Generationenbefragung ist eine repräsentative Umfrage und wurde im Oktober/ November 2010 im Auftrag des Roman Herzog Instituts durchgeführt. Mit der Durchführung wurde das Marktforschungsinstitut YouGov Psyconomics beauftragt. Die Antworten der 1035 befragten deutschen Bevölkerung wurden nach Geschlecht, Alter, Erwerbsstatus und Einkommen ausgewertet.

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20. September 2017

Carsten Ruge Mehr Wirtschaft wagenArrow

Egal, welche Parteien nach der Bundestagswahl am 24. September die neue Regierung stellen, es wartet eine ganze Reihe Aufgaben auf sie. Die M+E-Industrie erhofft sich vor allem Maßnahmen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiv halten. Dazu haben die Arbeitgeberverbände ein Positionspapier formuliert. mehr auf iwd.de

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Alle größeren Parteien fassen die Rente mit 70 im Bundestagswahlkampf 2017 mit spitzen Fingern an. Eine weitere Anhebung des Rentenalters ist jedoch nicht nur der eleganteste, sondern im Prinzip der einzige Weg, die gesetzliche Rentenversicherung demografiefest zu machen, wie eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt. mehr auf iwd.de

11. September 2017

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Zu den wichtigsten Aufgaben der neuen Bundesregierung wird es gehören, die Sozialversicherungen zukunftsfest zu machen. Ein Blick in die Wahlprogramme zeigt jedoch: Alle Parteien verschließen vor den demografischen Herausforderungen die Augen, bei einigen wird es für junge Erwerbstätige sogar richtig teuer. mehr auf iwd.de