Nach einem Machtwechsel ist somit nicht damit zu rechnen, dass sich die US-Emissionswerte wesentlich verbessern. Durch ein erneutes klimapolitisches Engagement des zweitgrößten CO2-Emittenten weltweit kann der globale Klimaschutz jedoch ein neues Momentum erfahren.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hat in seiner Amtszeit einige Schritte unternommen, um die klimapolitischen Ambitionen der USA zurückzufahren. Die wohl spektakulärste Maßnahme ist seine Aufkündigung der Teilnahme am Pariser Klimaschutzabkommen. Auch hat er sich für die heimische Kohleindustrie stark gemacht. Dennoch gingen die energiebedingten CO2-Emissionen in den USA in den letzten Jahren zurück. Wie passt das zusammen?

Ein wesentlicher Faktor ist der Erfolg des Frackings, also der umstrittenen Schiefergasförderung in den USA, die den Erdgaspreis deutlich gesenkt hat. Schiefergas und erneuerbare Energien verdrängen die Kohle – das war schon in Obamas Amtszeit der Fall und in den ersten Jahren der Trump-Administration nicht wesentlich anders. Unter Trump weist das per Fracking gewonnene Erdgas noch höhere Wachstumsraten als anfänglich unter Obama auf. In der Folge verdrängt das günstige Erdgas in der Stromproduktion zunehmend die Kohle und senkt dadurch die Treibhausgasintensität der Stromerzeugung (Abbildung). Auch wenn die Fracking-Methode im Ergebnis zu den CO2–Einsparungen beiträgt, bleibt sie umwelttechnisch riskant.

Laut Angaben der US-amerikanischen Energieinformationsbehörde EIA, die dem Energieministerium unterstellt ist, machte der Anteil von Kohle an der Stromerzeugung 2019 nur noch 23 Prozent aus, Erdgas lag dagegen bei 38 Prozent. 1990 wurde noch mehr als die Hälfte des Stroms aus Kohle erzeugt. Etwa 10 Prozent des Stroms werden heute aus Sonnen- und Windenergie erzeugt, unterstützt durchaus auch durch Förderprogramme und Steuererleichterungen, sowohl auf Bundesebene als auch in den einzelnen Bundesstaaten. In Kalifornien wird sogar etwa die Hälfte des Stroms erneuerbar erzeugt, vorrangig aus Solarenergie. Auch bei der industriellen Energienutzung gab es eine Verschiebung zugunsten von Erdgas, was den CO2-Ausstoß senken konnte. Die wesentlichen Fortschritte erfolgten jedoch bereits vor der Amtszeit von Donald Trump. Der Anteil der erneuerbaren Energien stieg in den ersten zwei Jahren seiner Amtszeit nur um 9 Prozent. Zum Vergleich: In den ersten zwei Jahren der Amtszeit von Präsident Obama lag der Anstieg bei über 15 Prozent.