Zum anderen ist der Energiebedarf aber auch ein Preistreiber, denn über 95 Prozent der benötigten Energie werden in Form von Erdölprodukten bereitgestellt und die Menge des kostengünstig förderbaren Erdöls geht zurück. Vor diesem Hintergrund wird häufig unterstellt, dass die Fahrzeugbauer zu wenig auf die Effizienz ihrer Produkte achteten. Gerade in Deutschland mehren sich derzeit die Stimmen, die eine Erhöhung der Steuern auf Kraftstoffe fordern, um Autofahrer und Autobauer zu einem effizienteren Energieeinsatz zu erziehen. Das Umweltbundesamt hat angeregt, die Kraftstoffsteuern für Benzin bis 2020 um 46 Prozent und für Diesel um 84 Prozent zu erhöhen. In der Summe bedeuten steigende Produktpreise und steigende Steuern eine erhebliche Mehrbelastung der Autofahrer. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine 1-prozentige Kraftstoffpreiserhöhung zu 0,25 Prozent niedrigeren Fahrleistungen führt. Die Autofahrer müssen also einiges an Mehrkosten schultern. Allerdings gibt es auch einen kostenmindernden Trend. Die Energieeffizienz des Verkehrs hat sich nämlich durch die Nutzung besserer Technik in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert.

Entwicklung
Entwicklung

Betrachtet man die Entwicklungen in Deutschland, so ist festzustellen, dass sich die Energieeffizienz im Straßenverkehr in den letzten 20 Jahren sehr gut entwickelt hat. Das findet seinen Niederschlag darin, dass in Deutschland die Kohlendioxidemissionen des Straßenverkehrs inzwischen recht deutlich unter dem Stand von 1990 liegen. So lagen die Kohlendioxidemissionen des Straßenverkehrs in Deutschland im Jahr 2007 bereits um 5,3 Prozent unter dem Stand von 1990. Seit dem Jahr 1999 betrug der Rückgang sogar über 17 Prozent. Das entspricht einer Verminderung um fast 30 Millionen Tonnen. Der Energieverbrauch des deutschen Straßenverkehrs ist also in nur acht Jahren sehr stark gesunken. Das ist umso erstaunlicher, da die Verkehrsleistung in den gleichen Zeiträumen gestiegen ist.

Der notwendige Energieeinsatz pro 100 Leistungseinheiten hat sich zwischen 1990 und 2008 um fast 58 Prozent reduziert. Im Jahr 1990 mussten noch 32,1 Megajoule (MJ) Energie in Form von Kraftstoff aufgewendet werden, um eine Verkehrsleistung von 100 Personenkilometern (Pkm) zu erbringen. Diese Energiemenge war also nötig, um eine Person 100 km weit zu befördern. Dabei wurde unterstellt, dass der Energieaufwand, um eine Tonne Fracht 100 km weit zu befördern, ausreichen würde, um 10 Personen über die gleiche Strecke zu transportieren. Es wird also jeder geleistete Tonnenkilometer in Form von 10 Personenkilometern berücksichtigt. Im Jahr 1999, dem Jahr mit den höchsten CO2-Emissionen im Straßenverkehr, betrug der Energieeinsatz nur noch 23,1 MJ/100 Pkm. Durch die Effizienzsteigerung wurden also die Folgen der Fahrleistungsanstiege, die vor allem auf die Integration Osteuropas in den europäischen Wirtschaftsraum zurückzuführen sind, bereits stark gedämpft.

Der positive Trend setzte sich auch im neuen Jahrtausend fort und im Jahr 2008 erreichte das Maß für die Kraftstoffeffizienz mit einem Energieeinsatz von 13,1 MJ/100 Pkm einen neuen Spitzenwert.

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