Emissionsgrenzwerte Image

Stattdessen werden die Emissionspotenziale der verkauften Neuwagen reguliert. Dies lässt aber außer Acht, wie viel und auch auf welche Art ein Auto gefahren wird. Eine Auswirkung auf die Zielgröße „CO2-Emissionen des Straßenverkehrs“ ist bei diesem Ansatz nur mittelbar vorhanden. Die Zielgenauigkeit dieses Ansatzes wird zudem dadurch gemindert, dass die Emissionen eines Fahrzeugs im Rahmen eines standardisierten Tests ermittelt werden müssen, der nur bedingt der Fahrpraxis auf den Straßen entspricht. Hinzu kommt, dass bei der Berechnung der Normemissionen diverse weitere Regeln zu beachten sind, mit deren Hilfe bekannte Defizite der Testverfahren ausgeglichen werden sollen. In der Summe bleibt Ansatz daher eher Stückwerk.

Dennoch wird er weiter vorangetrieben. Im November 2013 wurde ein neuer Wert für das Jahr 2020 endgültig fixiert. Im Durchschnitt sollen die Neuwagen in diesem Jahr nur noch 95 g CO2/km emittieren, eine Reduktion um 27 Prozent gegenüber 2015. Damit hat sich die EU das weltweit ehrgeizigste Reduktionsziel gesteckt. Einige Sonderaspekte sind aber hervorzuheben. So gilt der Wert von 95 g CO2/km nicht für alle Hersteller gleichermaßen: Der herstellerspezifische Zielwert orientiert sich vielmehr am Durchschnittsgewicht der von der Firma verkauften Neuwagen in den Vorjahren. Je höher das Gewicht, desto höher ist der Zielwert für die Jahre 2015 und 2020. Über alle Zielwerte ergibt sich dann der Wert von 95 g CO2/km. Ferner wurde für 2020 eine Regelung vereinbart, dass im Jahr 2020 nur 95 Prozent der Neuwagen bei der Berechnung der Durchschnittsemissionen zu berücksichtigen sind und erst ab 2021 werden alle Neuwagen einbezogen – das führt zu einem kleinen Zeitgewinn für die Hersteller, die auch sehr emissionsstarke Fahrzeuge im Angebot haben. Zudem wird für die Jahre 2020 bis 2023 im geringen Maß eine Mehrfachanrechnung von besonders emissionsarmen Fahrzeugen bei der Berechnung der herstellerspezifischen Emissionen gestattet.

Für 2015 ist zu erwarten, dass alle Hersteller ihren Zielwerterreichen. Daraus sollte aber nicht geschlossen werden, dass auch der 2020er-Wert einfach einzuhalten ist, denn die effizientesten Maßnahmen wurden zuerst ergriffen und gerade größere Fahrzeuge beginnen beim Grenzwert für 2020 an physikalische Grenzen zu stoßen. Dies wird eine kostenintensive Elektrifizierung des Antriebsstrangs bei diesen Fahrzeugen notwendig machen.

www.eea.europa-eu

Gutachten

Thomas Puls: CO2-Regulierung für Pkw – Fragen und Antworten zu den europäischen Grenzwerten für Fahrzeughersteller

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13. September 2017

Hubertus Bardt Autonomes Fahren: Kennzeichen DArrow

Erst Dieselgate, dann der Verdacht auf Kartellabsprachen – an Negativschlagzeilen herrscht für VW und Co. schon seit geraumer Zeit kein Mangel. Die Besorgnis wächst, dass Deutschlands wichtigster Industriezweig im internationalen Wettbewerb unter die Räder geraten könnte. Hoffnung macht ausgerechnet jener technologische Trend, von dem es immer noch heißt, die hiesigen Autobauer würden ihn verschlafen: das autonome Fahren. mehr auf iwd.de

30. August 2017

Thomas Puls E-Autos made in Germany: Im Ausland gefragter als zu HauseArrow

Hat die deutsche Autoindustrie das Elektroauto verpennt? Die Absatzzahlen des vergangenen Jahres sprechen eine klare Sprache: Zwar sind E-Autos in Deutschland noch immer Ladenhüter, auf dem Weltmarkt mischen die deutschen Hersteller jedoch kräftig mit und erreichen einen fast so hohen Marktanteil wie bei den konventionellen Pkws. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 28. August 2017

Hubertus Bardt Deutschland hält Führungsrolle bei Patenten für autonome AutosArrow

Auf der Internationalen Automobilausstellung IAA im September in Frankfurt werden die beiden großen Trends der Autoindustrie eine zentrale Rolle spielen: Die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien zum einen und die Digitalisierung des Autos auf der anderen Seite. Beide Trends werden die Autoindustrie nachhaltig verändern. mehr