Gemeinschaftserlebnis Kirchentag

Die christlichen Religionsgemeinschaften laden nicht nur zum Besuch von Gottesdiensten ein, sondern immer wieder auch zu Kirchentagen. Wichtigstes Motiv für den Besuch des Kirchentages ist das Gemeinschaftserlebnis. 82 Prozent der Befragten bewerten dies als wichtig oder sehr wichtig (Hopp, 2017). Musik und Konzerte sowie die Möglichkeit, Kirche mal ganz anders erleben zu können wird von Dreiviertel der Besucher genannt. Glaube und Spiritualität (70 Prozent) sowie gesellschaftspolitische Themen (67 Prozent) folgen dahinter. Vier von fünf Besuchern haben bereits früher an einem Kirchentag teilgenommen. Wer einmal Feuer gefangen hat, kommt offensichtlich gerne wieder.

Rund 13 Millionen besuchen regelmäßig Gottesdienste

Deutlich mehr Menschen besuchten im Jahr 2017 Gottesdienste: Rund 13 Millionen Menschen waren nach eigenen Angaben mindestens einmal im Monat ein Gottesdienstbesucher (16,5 Prozent; SOEP-Auswertung, 2019). Ein weiteres Viertel geht ab und zu zur Kirche. Die Zahl derjenigen, die nie eine religiöse Veranstaltung besucht, hat in den letzten 10 Jahren von 53 auf 59 Prozent zugenommen. Damit liegt die Zahl der praktizierenden Christen deutlich unter der Zahl der Mitglieder der christlichen Kirchen von rund 45 Millionen. Um den Mitgliederschwund zu stoppen, sollten die Kirchen das bekannte „Ora et Labora“ neu interpretieren.

Religiöse Menschen haben mehr Kinder

Die Analyse von Daten des World Value Survey zeigt, das religiöse Menschen weltweit mehr Kinder haben, als nicht religiöse (Homann/Enste/Koppel, 2009). Eine aktuelle Auswertung der repräsentativen Daten für Deutschland des SOEP für die Jahre 2007 bis 2017 bestätigt diesen Befund eindrücklich. Religiosität – hier gemessen am tatsächlichen Verhalten anhand der Häufigkeit des Besuchs von religiösen Veranstaltungen – korreliert positiv mit der Kinderzahl. Die aktuelle Auswertung zeigt: Bei Personen, die jede Woche zur Kirche gehen, lebten im Jahr 2017 im Durchschnitt 2,12 Kinder im Haushalt. Ohne Gottesdienstbesuch waren dies nur 1,64 Kinder. Im Zeitablauf zeigt sich das gleiche Muster auch in den letzten 10 Jahren (Abbildung).