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Die vereinbarten Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen sollen die Transformation der Volkswirtschaften in Richtung einer deutlich nachhaltigeren Entwicklung weltweit vorantreiben. Die 17 Ziele erfassen die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales (People), Umwelt (Planet) und Wirtschaft (Profit). Sie reichen von der Beseitigung der Armut und des Hungers über den Schutz und die Wiederherstellung der Ökosysteme und die Erhaltung der Ozeane bis zur Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums und der Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster. Auch zukünftigen Generationen soll so die Chance auf ein erfülltes Leben eröffnet werden.

Während der Fokus der Vereinten Nationen bisher die Bekämpfung extremer Armut in all ihren Formen in Entwicklungsländern war, sind nun verstärkt die reichen Nationen gefordert, an der Zielerreichung mitzuwirken. Allerdings sorgt die Vielzahl an Zielen auch dafür, dass die Maßnahmen und Wege unübersichtlicher sind und ein Monitoring schwerer fällt. Die Bertelsmann Stiftung hat deshalb einen SDG-Index entwickelt und die OECD-Staaten einem „Nachhaltigkeitsstresstest“ unterzogen (Kroll, 2015). Diese systematische Bewertung der Industriestaaten im Hinblick auf die 17 Ziele zeigt, wie gut die Länder zurzeit dastehen. Dafür werden die Länder hinsichtlich 34 Indikatoren wie Armutsrisiko, Energieintensität, Feinstaubkonzentration in Städten bis hin zu Lebenszufriedenheit anhand einer 10-stufigen Skala bewertet und gerankt. Erwartungsgemäß zeigen sich derzeit große Unterschiede, was die Ziele wie Armut, Ungleichheit, Umweltschutz und Gesundheit betrifft. Kein einziges Land schneidet bei allen Zielen sehr gut ab.

Bemerkenswert ist jedoch, dass die Länder, die laut SDG-Index gute Ausgangsbedingungen haben, um die 17 Ziele zu erreichen, zugleich eine große gesellschaftliche und unternehmerische Freiheit aufweisen (Korrelation r = 0,633; p-Wert < 0,001). Umgekehrt tun sich Länder schwer, die stark reguliert sind, also den Unternehmen und Gründern weniger Freiheiten gewähren (Abbildung). Der Freiheitsindex des Roman Herzog Instituts erfasst dabei Freiheit in den Bereichen Produkt- und Dienstleistungsmärkte, Kapitalmarkt, Arbeitsmarkt sowie Bildung und Innovation (Enste/Eyerund, 2015). Freiheit fördert Wohlstand und Nachhaltigkeit jedoch nur, wenn es einen verlässlichen Ordnungsrahmen gibt. Fehlen Eigentumsrechte, Rechtsstaatlichkeit, Angebote an öffentlichen Gütern und Anreize zur Vermeidung von externen Effekten (wie Luftverschmutzung) sowie politische Stabilität, sind (nachhaltige) Investitionen und unternehmerische Tätigkeit sehr risikoreich, unattraktiv und vor allem auf kurzfristige Rentabilität ausgerichtet. Deshalb erfasst der Freiheitsindex auch die Qualität des institutionellen Rahmens (Good Governance).

Diese sehr einfache Korrelation ersetzt in keiner Weise eine eingehende Analyse der Ursachen- und Wirkungszusammenhänge in den einzelnen Ländern und den Austausch von Best-Practice-Beispielen im Ländervergleich. Aber sie kann ein Indiz dafür sein, dass sich wirtschaftliche und unternehmerische Freiheit und Nachhaltigkeit – innerhalb eines verlässlichen Ordnungsrahmens – wechselseitig positiv beeinflussen können. Ideen und Innovationen gedeihen besser unter freiheitlichen Rahmenbedingungen als in planwirtschaftlichen Strukturen und auf Anordnung von Seiten der Politik. Ressourcenschonung gelingt besser, wenn entsprechend der komparativen Kostenvorteile und arbeitsteilig produziert werden kann. Wirtschaft und Ethik sind insofern auch hinsichtlich der Erreichung der SDGs keine Gegensätze. Freiheit schafft Räume, um subsidiär Mitverantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen – für jeden Einzelnen, aber auch für Unternehmen.

IW-Kurzbericht

Dominik Enste: Sustainable Development Goals – Freiheit ermöglicht Nachhaltigkeit

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