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Corporate Social Responsibility (CSR) – die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen für ihre Stakeholder, also die Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und die Gesamtgesellschaft – ist nicht erst durch die neue Richtlinie der Europäischen Union (EU) zur CSR-Berichterstattung ein viel diskutiertes Thema geworden. Viele große Unternehmen beschäftigen sich schon lange damit und halten sich freiwillig an Standards wie den Deutschen Nachhaltigkeitskodex, den United Nations Global Compact und an die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Zwei Drittel der 30 Unternehmen aus dem deutschen Aktienindex erstellen bereits ohne Zwang umfangreiche Berichte über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten.

Über das freiwillige Engagement der Unternehmen hinaus, hat das EU-Parlament eine Pflicht zur Berichterstattung beschlossen. Ab 2016 sind alle Unternehmen, die von öffentlichem Interesse sind und mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen, zur Dokumentation ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten in Form eines jährlichen CSR-Lageberichtes verpflichtet. Die von der EU erlassenen Transparenzregeln umfassen eine Informationspflicht in Bezug auf Umweltfragen, soziale und mitarbeiterbezogene Aspekte, die Achtung der Menschenrechte, Anti-Korruption und -Bestechung sowie Fragen zur Vielfalt in Aufsichtsräten.

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind von der neuen Transparenzpflicht bislang nur indirekt betroffen. Die EU fordert die KMUs dazu auf, sich an die Standards für die Großen anzupassen. Damit stellt sich die Frage, was CSR für einen kleinen oder mittelständischen Betrieb bedeutet. Gesellschaftliche Verantwortung beinhaltet nicht in erster Linie groß angelegte Marketingkampagnen, sondern betrifft vielmehr die gesamte Wertschöpfungskette und kann sich durch kleine, nach außen kaum sichtbare Veränderungen ausdrücken.

In Bezug auf soziale und mitarbeiterbezogene Aspekte, die der CSR-Bericht umfasst, sind die deutschen Unternehmen in der Regel gut aufgestellt. Das IW-Personalpanel zeigt, dass mehr als drei Viertel der Unternehmen über alle Größen hinweg ihren Mitarbeitern über das gesetzlich erforderliche Maß hinaus freiwillige betriebliche Sozialleistungen anbieten. Dazu zählen die Förderung der betrieblichen Altersversorgung, Fahrtkostenzuschüsse und die Unterstützung für die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen. Wie die Befragung zeigt, profitieren davon in den meisten Unternehmen nicht nur ausgewählte Mitarbeiter, sondern ein Großteil der Belegschaft (Grafik).

Diese Vielfalt an freiwilligen, mitarbeiterbezogenen CSR-Maßnahmen sollte nicht durch weitere Regulierung von Seiten der EU-Kommission eingeschränkt werden. Dadurch würde CSR vom kreativen, innovativen Teil der Unternehmenskultur zum staatlichen Korsett.

The Future of Mercorsur: What’s at stake for the EU?
Veranstaltung, 16. Oktober 2017

Debate The Future of Mercorsur: What’s at stake for the EU?Arrow

The Cologne Institute for Economic Research (IW Köln) and the German Institute for International and Security Affairs – Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) are kindly inviting you to a jointly organised expert exchange on the on-going negotiations for a new trade agreement between the EU and Mercosur. mehr

11. Oktober 2017

Matthias Diermeier Wohlstand: Ohne die Hauptstadt meist geringerArrow

Berlin ist sexy, aber nach wie vor relativ arm – würde man die Hauptstadt und ihre Bewohner herausrechnen, wäre das deutsche Bruttoinlandsprodukt je Einwohner um 0,2 Prozent höher. Im übrigen Europa sieht das Bild jedoch ganz anders aus. mehr auf iwd.de

Eurozone
IW-Nachricht, 27. September 2017

Markus Mill / Jürgen Matthes Eurozone: Macron will zu vielArrow

Emmanuel Macrons Reformvorschläge für die Eurozone schießen über das Ziel hinaus. Sie sind mit Blick auf den Ausgang der Bundestagswahl unrealistisch und überambitioniert. Die Eurozone braucht zunächst ein gemeinsames Verständnis über die elementaren Kernfragen der Eurozone. mehr