Die industriellen Arbeitskosten sind in Deutschland so hoch wie in kaum einem anderen Land: In der EU wird Deutschland lediglich von Belgien und Dänemark übertroffen, zudem noch von der Schweiz und Norwegen. Die aktuell diskutierte 4-Tage-Woche würde selbst bei einem Teil-Lohnausgleich die Kosten-Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stark belasten.

Die Arbeitskosten setzen sich aus vielen Bestandteilen zusammen (Schröder, 2019). Zum Bruttoentgelt eines Mitarbeiters kommen als größter Posten die Arbeit-geberbeiträge zur Sozialversicherung hinzu. Ins Gewicht fallen auch die betriebliche Altersvorsorge und die sonstigen Zusatzkosten – dazu zählen etwa die Aufwendungen für die Aus- und Weiterbildung, Entlassungsentschädigungen und Familienbeihilfen. Diese Kostenbestandteile addieren sich im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands auf 26,4 Prozent des Bruttoentgelts.

Im internationalen Vergleich belegt Deutschland mit Kosten von knapp über 42 Euro den fünften Rang. Angeführt wird das Ranking von der Schweiz und Norwegen. In der EU haben nur Dänemark und Belgien höhere Kosten zu tragen. Hinter Deutschland folgen Schweden mit einem annähernd gleichhohen Kostenniveau und die Nachbarländer Österreich und Niederlande mit Kosten zwischen 39 und 40 Euro. Damit sind vor Deutschland ausschließlich relativ kleine Wettbewerbsländer platziert. Von den größeren Ländern ist lediglich Frankreich mit einem Rückstand von 8 Prozent kostenmäßig in der Nähe Deutschlands. Die USA produzieren zu um ein Sechstel niedrigeren Arbeitskosten. Japan, das Vereinigte Königreich und Italien haben sogar einen Vorteil von einem Drittel.