Die Nachfrage nach den Studienangeboten der privaten Hochschulen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Seit 1995 hat sich die Zahl der Studierenden an privaten Hochschulen von 15.948 auf 196.450 mehr als verzehnfacht (ohne kirchliche Hochschulen; Statistisches Bundesamt, 2017c). Mittlerweile nimmt gut jeder zwölfte Studienanfänger in Deutschland ein Studium an einer der insgesamt 128 Hochschulen in privater Trägerschaft auf. Dieser Trend ist umso bemerkenswerter, als sich die privaten Hochschulen überwiegend durch Studiengebühren finanzieren, die im öffentlichen Hochschulsystem mittlerweile in allen Bundesländern abgeschafft sind.

Die privaten Hochschulen: Innovative Treiber der Akademisierung

Nach Beobachtung des Wissenschaftsrates weisen die privaten Hochschulen „häufig innovative Organisations- und Angebotsstrukturen in der Lehre u.a. durch Fernstudienangebote und berufsbegleitende Studiengänge“ auf (Wissenschaftsrat, 2012). Ein innovativer Ansatz ist die Neuentwicklung von akademischen Berufsprofilen in der Gesundheitswissenschaft und in der Pflege. In diesem Bereich waren im Wintersemester 2015/2016 an allen Hochschulen rund 61.000 Studierende eingeschrieben, davon 44 Prozent an privaten Hochschulen (Statistisches Bundesamt, 2017c). Private Hochschulen adressieren in besonderem Maße die Zielgruppe der weiterbildungsinteressierten, berufstätigen Studierenden: 43 Prozent der Studiengänge an privaten Hochschulen lassen sich flexibel berufsbegleitend studieren. An den staatlichen sind dies lediglich gut fünf Prozent (HRK, 2017). Das flexible Studienangebot ist eine wesentliche Ursache dafür, dass die privaten Hochschulen bei der Realisierung der Durchlässigkeit von akademischer und beruflicher Bildung erfolgreicher sind als die öffentlichen Hochschulen. Während bei öffentlichen Hochschulen der Anteil der Studienanfänger ohne Hochschulzugangsberechtigung seit 2011 bei rund 2 Prozent stagniert, liegt er bei den privaten Hochschulen bei 7,8 Prozent (Schulz/Nickel, 2017).