Die Betrachtung von Daten im GWB ist nicht neu. Bereits in der 9. Novelle wurde für Plattformen die Marktmacht durch den Zugang zu einzigartigen Daten eingeführt (Bundesregierung, 2016, 11 f.). Die aktuelle Novelle geht diesbezüglich noch weiter und dehnt diese Möglichkeit auf alle Unternehmen aus (Deutscher Bundestag, 10). Somit kann laut Entwurf jedem Unternehmen auf Basis seines Zugangs zu Daten unter Umständen eine marktmächtige Stellung zuerkannt werden.

Generell stellt das Erreichen einer marktbeherrschenden Stellung aufgrund eigener Leistungen kein kartellrechtswidriges Vergehen dar. Das Unternehmen mit marktbeherrschender Stellung trägt jedoch eine Verantwortung dafür, dass es den Wettbewerb nicht verzerrt oder ganz verhindert (EuGH, 2011, Randnummer 24). Dies beinhaltet auch den Zugang zu Informationen an Wettbewerber, wenn dadurch der Wettbewerb auf angrenzenden Märkten gestärkt oder erst ermöglicht wird (EuGH, 2007, Rn. 330).

Die Unterscheidung zwischen Daten und Informationen ist hier von Bedeutung, da aus Daten erst Informationen abgeleitet werden müssen (Demary/Rusche, 2018, 48). Daten besitzen nur aufgrund der Informationen, die sie enthalten, einen ökonomischen Wert. Diese Informationen müssen mittels Analyse gewonnen werden. Die Bedeutung der Analyse im Vergleich zum Datenzugang wird unter anderem an den Suchanfragen auf Google aus Deutschland deutlich (Abbildung). In der Abbildung sind die relative Häufigkeit der Anfragen nach den Begriffen „Data Analysis“, „Data Access“, „Datenzugang“ und „Datenanalyse“ im Zeitraum seit 2004 dargestellt. Der höchsten absoluten Anzahl an Suchanfragen in einem Monat wird der Wert 100 zugewiesen. Relativ zu diesem Maximum wird die Anzahl an Suchanfragen nach den Begriffen in den jeweiligen Zeitpunkten angegeben.