Durch den Wirtschaftseinbruch zu Beginn der Pandemie in Deutschland sind einerseits die Bewertungen von Unternehmen an den Finanzmärkten gesunken. Andererseits bestand die Gefahr, dass Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage geraten. Beide Entwicklungen können Übernahmen und Beteiligungen erleichtern. Die Pandemie selbst hat zudem zu einer Neubewertung der Wichtigkeit einzelner Branchen geführt, indem sie insbesondere die Bedeutung von Schutzausrüstung und Pharmaforschung aufgezeigt hat. Vor diesem Hintergrund wurden in der Bundesregierung Befürchtungen laut, dass die Pandemie zu vermehrten Übernahmen insbesondere in kritischen Bereichen führen würde. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte diesbezüglich „Wir haben nicht nur einen viralen Angriff. Wir könnten auch einen Wirtschaftsangriff danach erleben." (Bayrischer Rundfunk, 2020). Die wirtschaftlichen Hilfen der Bundesregierung hatten laut Bundesfinanzminister Olaf Scholz entsprechend auch das Ziel, diese Entwicklungen zu begrenzen (ebenda).

Staatliche Maßnahmen

Die Wirtschaftshilfen waren jedoch nicht die einzige Maßnahme, die 2020 ergriffen wurde, um ausländische Übernahmen und Beteiligungen zu kontrollieren. Im Bereich der Gesetzgebung wurde das Außenwirtschaftsgesetz novelliert und es kam 2020 bereits zu zwei Änderungen der Außenwirtschaftsverordnung, während eine weitere angekündigt wurde (BMWi, 2020). Diese Anpassungen haben zum Ziel, EU-Vorgaben zum Screening von ausländischen Übernahmen und Beteiligungen, die auch auf Betreiben der Bundesrepublik zurückzuführen sind (Rusche, 2020, 144), umzusetzen und die Kompetenzen allgemein zu erweitern. Des Weiteren sollte in diesem Zusammenhang auch der Gesundheitssektor besser geschützt werden (BMWi, 2020).

Doch die bestehenden Möglichkeiten, die das Außenwirtschaftsrecht bietet, kamen 2020 ebenfalls zur Anwendung. Mit Blick auf chinesische Investoren wurde so die Übernahme des Kommunikationsunternehmens IMST GmbH verhindert (Deutsche Welle, 2020). Zusätzlich wurde sogar der Verkauf von Produkten der Mynaric AG nach China untersagt (Mynaric, 2020).