Raus aus dem Tief
Raus aus dem Tief

Das Jahr 2010 war für Projektentwickler ein schlechtes Jahr. Im 2. und 3. Quartal unterschritt das Volumen der Baugenehmigungen zweimal in Folge den Wert von 1 Milliarde Euro – dies passierte zuletzt im 1. Quartal 2007 (Schaubild). Mit 2,2 Millionen genehmigten Quadratmetern Bürofläche im Jahr 2010 bewegte sich auch das Flächenvolumen auf einem historisch niedrigen Niveau.

Entsprechend müssen die neuen Zahlen des 1. Halbjahres 2011 eingeordnet werden. Mit 1,35 Millionen Quadratmetern neu genehmigten Flächen und einem Projektvolumen von 2,35 Milliarden Euro werden die Vorjahresdaten kräftig übertroffen. Gemessen am Zeitraum seit 2005 liegen die Werte allerdings immer noch leicht unter dem Durchschnitt.

Der Anstieg der Bautätigkeit folgt der Entwicklung bei den Bürobeschäftigten. Der BIBIX – der die Zahl der Arbeitslosen und der offenen Stellen im Büromarkt widerspiegelt – ist im August abermals gestiegen, auch wenn die Zuwächse sich abschwächen. Sowohl bundesweit als auch in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen haben die Index-Werte die 100-Marke übertroffen und somit das Vorkrisenniveau wieder erreicht.

Vorkrisenniveau übertroffen
Vorkrisenniveau übertroffen

Günstig sind auch nach wie vor die Finanzierungsbedingungen zu bewerten. Nach dem jüngsten Bank Lending Survey der Deutschen Bundesbank bleiben die Anforderungen an Kreditnehmer weitgehend unverändert; in den nächsten drei Monaten wird sogar von einer kleinen weiteren Entspannung ausgegangen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Gleichzeitig gehen die Banken von einer weiter steigenden Kreditnachfrage der Unternehmen aus.

Im deutschen Büromarkt sind entsprechend die Grundlagen für einen weiteren moderaten Anstieg der Mieten und Preise gelegt. Allerdings gibt es auch Risiken: Insbesondere die Euro-Krise verunsichert die Investoren und könnte zu einer Aufschiebung von Neu-Anmietungen und Projektentwicklungen beitragen. Hinzu kommt, dass sich der konjunkturelle Aufschwung abkühlt, wie die jüngsten Zahlen zum BIP-Wachstum zeigen. Dies sollte sich jedoch frühestens 2012 auf die Dynamik im Büromarkt auswirken.

* Der BIBIX erfasst die Anzahl der arbeitlosen Bürobeschäftigten sowie die Zahl der gemeldeten Stellen und bietet somit einen Frühindikator für die Bürobeschäftigung. Der BIBIX wird monatlich aktualisiert (www.immobilienoekonomik.de).

IW-Kurzbericht, 19. Juni 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Wohnungsmangel in den Städten, Leerstand auf dem LandArrow

Bautätigkeit und Baubedarf fallen in Deutschland räumlich auseinander. Während es in allen Großstädten an Wohnungen mangelt, werden in vielen ländlichen Regionen deutlich zu viele Einfamilienhäuser gebaut. Dies zeigt die Baubedarfsanalyse des IW Köln für den Zeitraum 2011 bis 2015. mehr

Bautätigkeit
IW-Nachricht, 23. Mai 2017

Michael Voigtländer Immer noch zu wenige Wohnungen Arrow

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im vergangenen Jahr bundesweit knapp 278.000 Wohnungen fertiggestellt worden. Das ist ein Plus von mehr als 12 Prozent und wirkt auf den ersten Blick erfreulich. Allerdings werden viel mehr Wohnungen benötigt. mehr

Zuwanderung in die Großstädte
Gutachten, 7. Februar 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Zuwanderung in die Großstädte und resultierende WohnungsnachfrageArrow

Die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen großen Städten ist nach wie vor hoch. Ursächlich dafür ist die starke Zuwanderung sowohl aus dem Ausland als auch dem Inland. Allerdings gelingt es den Großstädten nicht, genügend zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu bedienen. mehr