Stuttgart trifft es am härtesten
Stuttgart trifft es am härtesten

Der BIBIX erfasst die Veränderungen bei Bürobeschäftigten, also die Entwicklung von Arbeitslosigkeit und offenen Stellen in diesem Segment des Arbeitsmarktes. Da die Büroflächennachfrage der Bürobeschäftigung folgt, steht somit ein Indikator für die zu erwartende Flächennachfrage zur Verfügung. Erste empirische Untersuchungen belegen vor allem die hohe Prognosekraft des BIBIX für die Entwicklung des Leerstands. Weitere Vorteile des BIBIX sind die monatliche Frequenz, die zeitnahe Veröffentlichung der Ergebnisse und die regionale Differenzierung. Bislang wird der BIBIX für Deutschland sowie die Bürometropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart bestimmt. Eine Erweiterung auf insgesamt zwanzig Standorte ist bereits geplant.

Um die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Büromärkte zu verdeutlichen, wurde der BIBIX für alle Standorte im Juni 2008 auf den Wert 100 normiert. Danach nahm die Finanzkrise mit ersten schwächelnden Banken sowie vor allem mit der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers ihren Lauf. Seitdem ist der BIBIX für Deutschland um etwas mehr als 7 Prozent gesunken (Schaubild). In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass seitdem knapp 50.000 Menschen ihren Bürojob verloren haben und die Zahl der offenen Stellen um etwa 25.000 zurückgegangen ist.

Besser geschlagen als im Bundesdurchschnitt haben sich Köln und Berlin. Hier lagen die Rückgänge nur bei 4 Prozent (Berlin) bzw. 5 Prozent (Köln). Insgesamt haben die Metropolen jedoch stärkere Einbußen hinnehmen müssen. So lag der durchschnittliche Rückgang des BIBIX über die 7 A-Standorte hinweg bei 13,5 Prozent. Neben Frankfurt am Main als Finanzzentrum hat die Krise besonders die süddeutschen Metropolen München und Stuttgart getroffen. In Stuttgart ist der BIBIX sogar um 22,5 Prozent zurückgegangen. Tatsächlich zeigt eine vor kurzem veröffentlichte Studie der IW Consult, dass die Wirtschaftskrise vor allem den ansonsten wirtschaftlich sehr starken Süden trifft, weil dort besonders viele Exportgüter hergestellt werden.**

Noch sind die Auswirkungen jedoch kaum spürbar, denn schließlich ist die Bürobeschäftigung immer noch vergleichsweise hoch. Im Vergleich zum Jahr 2003, als die Krise der New Economy den Büroimmobilienmarkt traf, liegt der BIBIX für Deutschland immer noch fast 50 Prozent höher. Allerdings wird allgemein davon ausgegangen, dass die Arbeitslosigkeit erst nächstes Jahr steigt. Nach dem Consensus Forecast, also dem Mittelwert verschiedener Prognosen, könnte die Arbeitslosenquote von heute 8,3 Prozent im Jahr 2010 auf 10,3 Prozent ansteigen. Damit wäre wieder annähernd das Niveau von 2003 erreicht.

Legt man ein solches Szenario zugrunde, wäre mit einem erheblichen Anstieg der Leerstände zu rechnen. Im Durchschnitt der 7 A-Standorte würde die Leerstandsquote nach den empirischen Ergebnissen dann um 1,7 Prozentpunkte steigen. In Frankfurt am Main, Stuttgart und München wären sogar noch stärkere Anstiege zu erwarten. In Berlin dürfte die Erhöhung der Leerstandsquote hingegen auch bei einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf über 10 Prozent sehr viel geringer ausfallen. Schließlich ist der Anteil der eher krisensicheren Verwaltungsjobs in der Bundeshauptstadt besonders hoch.

* Michael Voigtländer (2009), BIBIX – Der Büroimmobilienbedarfsindex des IW Köln, verfügbar unter www.immobilienoekonomik.de

Der BIBIX wird ab September 2009 monatlich im Magazin Immobilien Manager veröffentlicht. Die Ergebnisse finden sich außerdem unter www.immobilienoekonomik.de´

** IW Consult (2009), Krisenrisikoindex, verfügbar unter www.iwconsult.de

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