Im Jahr 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Dieses sichert den Betreibern von Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien die Einspeisung ins Stromnetz sowie eine feste Vergütung über 20 Jahre fest zu. Dies sorgte vor allem für eines: Planungssicherheit. Refinanziert wird die Förderung über eine Umlage auf den Strompreis. Durch die gezielte Förderung und Absicherung der Investitionen wurden bis zum Beginn diesen Jahres insgesamt allein 110 Gigawatt an Wind- und Solaranlagen an das Stromnetz angeschlossen. So übersprang Deutschland das selbst gesteckte Ziel für das Jahr 2020 von 35 Prozent Erneuerbaren am Stromverbrauch und lag im vergangenen Jahr bereits bei über 40 Prozent – dem Zielkorridor für das Jahr 2025. Durch die Folgen der Corona-Krise wurden in der ersten Jahreshälfte sogar bereits 50 Prozent erreicht (AGEE Stat 2020, BDEW 2020a).

Dauerhafte Kostensenkung

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien hatte zudem deutliche kostensenkende Wirkungen. Erstens führt ein hoher Anteil Erneuerbarer an der Stromerzeugung zu geringeren Preisen an der Strombörse, da diese keine Brennstoffkosten aufweisen und daher im Ergebnis deutlich günstiger Strom erzeugen als konventionelle Kraftwerke. Dabei ist zu beachten, dass durch den Netzausbau und den Speicherbedarf bei einem weiteren Anstieg der volatilen Einspeisung durch Wind und Sonne dauerhaft auch zusätzliche Investitionskosten entstehen, diese sind aber nicht in der EEG-Förderung enthalten. Zweitens kam es durch den forcierten Markt­hochlauf – in Deutschland, aber auch in anderen Ländern – zu einer Ausweitung der Herstellungskapazitäten und damit zu einer Kostendegression, die die Nutzung Erneuerbarer Energien international wettbewerbsfähig machte. Schon heute weisen Solar- und Windanlagen die geringsten Stromgestehungskosten aller Erzeugungstechnologien auf – auch in Deutschland. Der signifikanteste Rückgang der Kosten ist bei der Photovoltaik zu beobachten, die stets den größten Anteil an den Förderkosten hat. Die Gestehungskosten haben sich allein bei Freiflächenanlagen gegenüber 2013 noch einmal fast halbiert, auf mittlerweile knapp 4 bis 7 Cent je Kilowattstunde an geeigneten Standorten in Deutschland, und Prognosen gehen bis 2035 von einer weiteren Absenkung der Kosten um etwa die Hälfte aus (Fraunhofer ISE, 2013; 2018). Dieser Preisabfall ist sehr deutlich bei den Fördersätzen für Photovoltaik-Anlagen abzulesen. Lagen diese zu Einführung des EEG noch bei 50 Cent je Kilowattstunde, wird inzwischen eine Kilowattstunde aus kleinen Dachanlagen mit weniger als 9 Cent vergütet und bei großen Freiflächenanlagen sind es nur noch etwa 5 Cent (BNetzA, 2020a; 2020b).

Die höchsten Haushaltsstrompreise Europas

Diese Erfolge bedingten allerdings auch signifikante Förderkosten, die zuletzt auf jährlich über 25 Milliarden Euro anstiegen. Damit war das EEG im Ergebnis eine überaus effektive Technologieförderung, aber dafür mit deutlichen Mängeln bei der Kosteneffizienz versehen. In den kommenden Jahren werden die Förderkosten voraussichtlich etwas abnehmen, da teurere Altanlagen ihr Förderende erreichen. Problematisch ist aber vor allem, dass die Förderkosten nicht sozial verträglich refinanziert werden (Bardt/Niehues, 2013) und durch die Umlagen auf den Strompreis die günstigeren Marktpreise durch die Erneuerbaren erst gar nicht beim Stromkunden ankommen (Abbildung).